Erstellt am 17. November 2015, 04:18

von Hermann Knapp

Forstheide: Bürgerinitiative erbost über Schlägerungen. Rodungen in der Amstettner Forstheide waren tatsächlich nicht genehmigt. Strafverfahren läuft. Holzbringungsanlage entspricht aber Vorschriften.

Peter Rausch von der Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“ auf dem Areal, das abgeholzt wurde. „Das ist ein Kahlschlag mitten im Landschaftsschutzgebiet“. Foto: Bürgerinitiative  |  NOEN, Bürgerinitiative »Rettet die Forstheide«

Die Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“schlägt in einer Presseaussendung Alarm.

BH weist Vorwürfe entschieden zurück

„Ein großes Areal im Herzen der Forstheide südlich von Neufurth mit arttypischem, voralpinem Steppenheidecharakter wurde völlig zerstört. Dabei wurde nicht nur radikal geschlägert, sondern es wurden durch zusätzliche Bodenbearbeitung sämtliche Wurzelstöcke inklusive Bodenbewuchs entfernt und zerkleinert. Eine Fläche von etwa zwei Hektar ist total verwüstet“, heißt es in der Aussendung.

Die Bezirkshauptmannschaft habe nicht nur diesen Kahlschlag genehmigt, sondern auch die Errichtung eines geschotterten Lagerplatzes samt Zufahrtsstraße inmitten des Landschaftsschutzgebietes. Zudem gäbe es eine mysteriöse Tiefenbohrung auf dem zerstörten Areal, die nichts Gutes vermuten lasse.

Die Bezirkshauptmannschaft weist alle gegen sie gerichteten Vorwürfe entschieden zurück. „Wir haben im Jahr 2014 eine Forststraße und einen Lagerplatz auf dem Gelände genehmigt, trotz einer negativen Stellungnahme der Gemeinde, die Probleme mit der Widmung sah. Da es sich aber um eine forstliche Bringungsanlage handelt, brauchte es dafür keine besondere Widmung, sie bleibt Wald“, sagt Bezirkshauptmannstellvertreter Leopold Schalhas.

Tiefenbohrung erst bei Rodungen entdeckt

Die Schlägerungen auf dem Gelände seien tatsächlich über das erlaubte Maß (rund 0,5 Hektar) hinausgegangen, das ohne Bewilligung durchgeführt werden dürfe. „Deshalb läuft gegen den Grundbesitzer auch ein Verwaltungsstrafverfahren und er wird eine Wiederaufforstung durchführen müssen“, sagt Schalhas.

Bezirksförster Fritz Ganster berichtet, dass diese Aufforstung zum Teil schon geschehen sei. Grundsätzlich könne man einem Waldbesitzer auch im Natura-2000-Gebiet nicht verbieten, seinen Forst auch wirtschaftlich zu nutzen. Schalhas betont, dass nicht, wie von der Bürgerinitiative behauptet, die gesamte Fläche gefräst worden sei, sondern nur die Wurzelstöcke der gefällten Bäume.

Die mysteriöse Tiefenbohrung auf dem Gelände hat der Grundbesitzer laut eigener Aussage selbst erst bei den Rodungsarbeiten entdeckt. „Wer sie durchgeführt hat und wozu, wissen wir derzeit noch nicht“, sagt der Bezirkshauptmannstellvertreter.

Befürchtungen der Bürgerinitiative, dass in diesem Teil der Forstheide nun großflächige Schottergewinnung erfolgen könnte, weist Schalhas als reine Spekulation zurück. „Da ist nichts geplant.“