Erstellt am 05. April 2016, 05:04

von Hermann Knapp

FPÖ gegen Burkini – ohne Anlassfall. Amstettens Freiheitliche fordern Verbot in heimischen Bädern. Dort wollte bislang aber ohnehin keine muslimische Frau damit ins Wasser.

NOEN

Abgeblitzt sind die Freiheitlichen in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch der Vorwoche mit einem Dringlichkeitsantrag. Sie forderten ein „Burkini-Verbot“ (Ganzkörperschwimmanzug für muslimische Frauen) in den gemeindeeigenen Bädern.

Begründung: „In den heimischen Hallenbädern kommt es seit geraumer Zeit immer wieder zu Problemen. Einerseits gibt es die unsäglichen Übergriffe auf unsere Frauen und Kinder, andererseits verstößt die schariakonforme Schwimmbekleidung muslimischer Frauen gegen die Haus- und Badeordnung“, erkärte FP-Stadträtin Brigitte Kashofer.

Auch gegen Subvention für afrikanische Workshops

Dieser Antrag wird derzeit von den Freiheitlichen übrigens gleichlautend in vielen Gemeinden eingebracht. In Amstetten entbehrt er allerdings jeder Aktualität. „Ich habe mit Bäderverwalter Reinhard Walter von der AVB gesprochen. Es gab in den letzten zwei Jahren weder irgendwelche Übergriffe auf Frauen in unseren Bädern, noch wollte eine muslimische Frau mit einem Burkini dort baden gehen“, berichtete Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

Walter bestätigt dies auch gegenüber der NÖN: „Es waren vor zwei Jahren einmal zwei Frauen da und haben sich erkundigt, ob ein Burkini bei uns erlaubt sei. Sie kamen aber nicht wieder.“ Der Dringlichkeitsantrag wurde abgelehnt. Aufhorchen ließ die FPÖ auch damit, dass sie gegen eine Subvention für den Verein Eleje stimmte, der afrikanische Koch-, Trommel- und Tanzworkshops anbietet. „Wir können nicht verantworten, dass das durch Steuergelder unterstützt wird“, lautet die Begründung der Freiheitlichen.

Einen kleinen Schwenk nahm die FPÖ in ihrer Haltung gegenüber dem Frauenhaus vor. „Wir sind ja nicht grundsätzlich gegen diese Einrichtung, sondern gegen deren rigorosen Gewaltbegriff. Nun hat er sich aber doch etwas geändert“, sagt Kashofer. Daher stimmten nun drei FPÖ-Mandatare für die Subvention für das Frauenhaus und drei dagegen.