Erstellt am 22. Dezember 2015, 04:03

von Sabine Hummer

Gefahr „Blackout“ gebannt: Feuerwehrhaus trotzt Stromausfall. „Insel“ im Katastrophenfall: Photovoltaikanlage mit Solarspeicher macht das Feuerwehrhaus auch bei Stromausfällen einsatzfähig. Via Energie-Monitoring wird alles fernüberwacht.

Feuerwehrkommandant Andreas Oberleitner drückt im Beisein von Bürgermeister Manfred Schimpl und Energie-Experten Georg Hahn den Startknopf für die Pilot-Solarspeicheranlage, die im Feuerwehrhaus Brunnhof installiert wurde. Foto: Hummer  |  NOEN, Sabine Hummer
„Ich kenne keine einzige Land-Feuerwehr, die eine solche Anlage hat“, spricht Georg Hahn, Betreiber der Mostviertelenergie, über ein Pilot-Projekt, das in der Vorwoche im Feuerwehrhaus Brunnhof installiert wurde.

Nachtstrombedarf wird aus den Akkus gezogen

Die Photovoltaikanlage am Dach des Gebäudes mit der Leistung von 10 Kilowatt Peak produziert künftig und vorrangig Strom für den Eigenverbrauch der Feuerwehr.

„Die Energie, die untertags produziert wird, wird von zwei Hybrid-Solarspeichern am Dachboden gespeichert, bis diese vollgeladen sind. Der Nachtstrombedarf wird aus den Akkus gezogen, parallel dazu weiß das Energiemanagement der Anlage genau, wie viel Reserve für den Notfall gespeichert sein soll“, erklärt der Energie-Fachmann.

Zwei Akku-Pakete mit jeweils 10 Kilowattstunden Speicherkapazität wurden dafür angeschafft und von der Firma Hörmann montiert.

Via Energie-Monitoring fernüberwacht

„Das entspricht der Energiemenge eines typischen Elektroautos“, verdeutlicht Georg Hahn. Die Anlage wird vom Gemeindeamt via Energie-Monitoring fernüberwacht. Dadurch erhofft sich die Gemeinde wichtige Schlüsse für die Zukunft ziehen zu können.

Bei Stromausfällen und auch bei dem Worst-Case-Szenario „Blackout“ (wenn längerfristig die ganze Stromversorgung zusammenbricht) bleibt das Feuerwehrhaus ab sofort zu einhundert Prozent einsatzfähig. Sollte einen Tag lang gar nicht die Sonne scheinen, können die Akkus mittels dieselbetriebenen Notfallaggregaten aufgeladen werden, die ebenfalls im Besitz der Feuerwehr sind.

„Freut mich, dass wir Vorreiter sind“

45.000 Euro hat die Gemeinde in dieses Pilotprojekt investiert. „Die Anlage ist natürlich nicht geschenkt. Mir ist es aber ein großes Anliegen, dass in unserer Gemeinde ‚Inseln‘ für Katastrophenfälle eingerichtet werden.
Auch die anderen Feuerwehren sollen nach und nach mit diesen Speichern ausgerüstet werden und das neue Gemeindeamt wird ebenfalls mit einer derartigen Anlage versorgt“, betont Bürgermeister Manfred Schimpl die Wichtigkeit dieses Projektes.

„Es ist nicht die Frage, ob ein Stromausfall oder ein Blackout kommt, sondern wann. Ich sehe es als Aufgabe der öffentlichen Hand, sich auf diese Notsituation vorzubereiten“, bemerkt Schimpl nachdrücklich.

Georg Hahn begrüßt diese Einstellung: „Die Ausfallssicherung unserer elektrischen Sicherheitsversorgung ist sehr verletzlich. Ich würde mir wünschen, dass es mehrere Nachahmer gibt, denn aktuell werden diese Speicheranlagen nur von Privatpersonen und großen Industriebetrieben verwendet.“

Für Feuerwehrkommandant Andreas Oberleitner ist es eine Ehre, dass das Feuerwehrhaus Brunnhof für dieses Pilotprojekt ausgewählt wurde. „Es ist eine sehr sinnvolle Sache. Es freut mich, dass wir Vorreiter sind.“ Wenn von anderen Feuerwehren Interesse besteht, stellt die Freiwillige Feuerwehr Brunnhof die Anlage und ihre Funktionen gerne vor.