Erstellt am 12. Februar 2016, 12:54

von Daniela Führer

Gefahr eines Chemieunfalls: 60-Liter-Kanister drohte zu explodieren. 50 Mitarbeiter der Firma buntmetall mussten evakuiert werden, da sich ein Wasserstoffperoxid-Kanister aufblähte.

 |  NOEN, FF Amstetten
Gegen 6 Uhr früh am Freitagmorgen fiel einem Mitarbeiter der Firma Buntmetall ein original verschlossener, aufgeblähter 60-Liter-Kunststoffkanister, gefüllt mit Wasserstoffperoxid (H2O2) – eine stark ätzende Säure – in der „Beizhalle“ des Betriebes auf. Der aufgeblähte Kanister stand in einer Batterie mit 18 weiteren Kanistern.

Der Mitarbeiter verständigte sofort die Betriebsfeuerwehr. Da der Kanister zu bersten, also zu explodieren drohte, wurden die rund 50 Mitarbeiter in den Hallen des Betriebes aufgefordert, den Gefahrenbereich zu verlassen.

Kühlung „aus der Distanz“

Die Betriebsfeuerwehr verständigte daraufhin die FF Amstetten, die den aufgeblähten Kanister unter Schutzstufe 3 Gasdicht und Säurefest zunächst „aus der Distanz“ kühlte, um eine Detonation zu verhindern. Zudem wurden laut Pressesprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos Philipp Gutlederer mit Wärmebildkameras laufend Temperatur-Messungen durchgeführt.

Durch das Abkühlen des Kanisters konnten der Druck abgebaut und in der Folge ein Loch mittels 1,5 Meter-Lanze in den Behälter gebohrt werden, damit der Druck gänzlich entwich. Abschließend wurde der Kanister ins Beizbecken geleert.

Wie Jürgen Karlstetter von der Abteilung PR und Öffentlichkeitsarbeit der Firma buntmetall gegenüber der NÖN erklärt, bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die umliegende Bevölkerung und die Umwelt.

„Wasserstoffperoxid (H2O2) wird bei buntmetall amstetten in der Beize eingesetzt, um Rohre, Stangen und Profile aus Kupfer und Kupferlegierungen nach dem Pressvorgang von Verzunderungen zu befreien“, erklärt er. „Zu diesem Zweck wird bei einem österreichischen Lieferanten dieses Material zugekauft und in der Produktion an dem behördlich genehmigten Platz gelagert.“

Reaktion nach Verpackungsfehler?

Warum sich der original verschlossene Kunststoffkanister am Freitagmorgen derart ausdehnen konnte, ist noch nicht geklärt. Vermutlich hat das Wasserstoffperoxid aufgrund eines Verpackungsfehlers chemisch reagiert, teilt die Polizei mit.

„Betrieb und Lieferant werden nun der Ursache auf den Grund gehen, um zukünftig solche Situationen auszuschließen“, erklärte der buntmetall-Sprecher Jürgen Karlstetter. Generell erfolge der Einsatz von Wasserstoffperoxid bei buntmetall aber seit Jahrzehnten problemlos.

Im Einsatz standen die Betriebsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren Preinsbach und Amstetten sowie der Schadstoffzug Amstetten.