Amstetten

Erstellt am 18. August 2016, 05:34

von Claudia Stöcklöcker

Vorbestrafte bestellte mit falschem Namen. Zwölf Adventkalender, vier Herzkissen und 30 T-Shirts bestellte Vorbestrafte unter falschem Namen. Nun setzte es Haft.

Zu viel geshoppt: 39-Jährige bestellte im Internet.  |  NOEN, shutterstock.com / graja

Unter falschem Namen bestellte eine 39-Jährige 14 Mal Waren im Internet im Wert von insgesamt 5.000 Euro. Bezahlt hat sie das nicht. Nun sitzt die einschlägig Vorbestrafte wieder auf der Anklagebank am Landesgericht St. Pölten.

„Sie haben völlig Unnötiges bestellt“

Vor der Richterin ist die Amstettnerin geständig, doch räumt sie ein: „Alles habe nicht ich bestellt“, beteuert sie. Und tischt eine unglaubwürdige Geschichte auf: „Auf Facebook habe ich eine Familie aus Serbien kennengelernt, die hat dann eine Zeit lang bei mir gewohnt. Auch die hat bestellt.“ Ob sie weiß, wie diese Familie heißt? „Komische Namen haben sie gehabt. Ich hab’ nur ‚Du‘ zu ihnen gesagt“, antwortet sie darauf.

„Sie haben völlig Unnötiges bestellt. Wenn es Kleidung für Ihre vier Kinder gewesen wäre, das könnte ich verstehen. Aber wozu brauchen Sie zwölf Adventkalender, vier Herzkissen oder gar 30 T-Shirts? Damit können Sie eine Fußballmannschaft ausrichten“, wettert die Richterin und sagt zur Angeklagten: „Das Problem ist, dass Sie vier Mal vorbestraft sind, genau wegen solchen Aktionen.“

Für die 39-Jährige setzt es wegen betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs ein Jahr teilbedingt, zwei Monate muss sie absitzen. „Die Verantwortung der Angeklagten ist an den Haaren herbeigezogen, sie hat aus ihrem Vorleben nichts gelernt“, begründet die Richterin. Den Schaden muss die 39-Jährige zahlen. Nicht rechtskräftig.