Erstellt am 14. April 2016, 09:29

von APA/Red

Gesundheitsforum Seitenstetten: Mehr Effizienz. In- und ausländische Fachleute widmen sich in deren Rahmen bis einschließlich Samstag (16. April) vor allem der Prävention chronischer Erkrankungen sowie Strategien zur optimalen Betreuung Betroffener.

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Geld für Innovationen im österreichischen Gesundheitswesen kann es derzeit nur über eine Effizienzsteigerung innerhalb des Systems geben. Das sagte Mittwochabend die Chefin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Ulrike Rabmer-Koller, zum Auftakt des Gesundheitsforums Seitenstetten „Praevenire“.

„Wir haben jetzt kein zusätzliches Geld. Das bekommen wir nur, wenn wir mehr Effizienz in das System bringen“, sagte Ulrike Rabmer-Koller zum Auftakt der Veranstaltung im Stift Seitenstetten in Niederösterreich. 

Daraus sollen schließlich begleitend evaluierte Modellprojekte in vier österreichischen Gemeinden entstehen. Bei der Initiative geht es um Themen der „Öffentlichen Gesundheit“ am Beispiel der Impfungen, "Gesundes Altern" (Asthma und chronisch obstruktive Lungenerkrankung/COPD), "Psychische Gesundheit" mit dem Fokus auf psychosoziale Faktoren und die Arbeitswelt sowie "Chronische Erkrankungen" mit dem Beispiel Diabetes.

"Wir müssen die Reform angehen"

„Wir sind im österreichischen Gesundheitswesen sehr gut ‚unterwegs‘“, betonte die Präsidentin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Allerdings sei das österreichische Gesundheitswesen weiterhin im internationalen Vergleich zu „spitallastig“. Die aktuelle Gesundheitsreform sei ambitioniert gestartet worden, leider hätte man in der Umsetzung bisher aber nicht alle Ziele erreicht. Mehr Geld für Innovationen könne es nur über die Reformschritte geben: „Wir müssen die Reform angehen, um die finanziellen Mittel für neue Ideen zu haben.“

Ulrike Rabmer-Koller nannte dazu als Beispiel die Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahme der Koloskopie („Darmspiegelung“) zur Entdeckung von Vorstufen von Dickdarmkrebs bzw. zur möglichst frühen Diagnose einer solchen Erkrankung.

"Wir müssen an einem Strang ziehen“

„Diese Darmkrebsvorsorge kostet zunächst einmal Geld. Die Finanzierung dieser Vorsorge passiert über die Sozialversicherung“, betonte die Chefin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger.

Im derzeitigen System würden diese Kosten bei den Krankenkassen entstehen, die Einsparungen durch weniger Dickdarmkrebserkrankungen bzw. die Heilung solcher Erkrankungen im Frühstadium würden aber dem Spitalswesen Kosten ersparen.

Ulrike Rabmer-Koller erhofft sich von den Verhandlungen zum zukünftigen Finanzausgleich entsprechende Maßnahmen: „Es geht darum, einen fairen Ausgleich zu schaffen, um die Primärversorgung und die Prävention zu finanzieren. Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“
 

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