Amstetten

Erstellt am 18. Oktober 2016, 04:24

von Hermann Knapp

ÖVP will Amstettner Park-Pilotversuch ausweiten. Volkspartei will auch den Grabenparkplatz einbeziehen – um Verwirrung der Autofahrer zu vermeiden.

Die ÖVP fordert, dass man ab 1. November auch am beschrankten Parkplatz am Graben die erste Stunde gratis parken darf: (v.l.n.r.) Gemeinderat Markus Brandstetter, Vizebürgermeister Dieter Funke, Stadträtin Friederike Scholler und Gemeinderat Andreas Gruber.  |  NOEN, ÖVP

Die ÖVP begrüßt zwar, dass ab November auf zwei beschrankten Parkplätzen die erste Stunde parken gratis sein wird, die Maßnahme geht Vizebürgermeister Dieter Funke aber nicht weit genug.

Er plädiert dafür, auch den Parkplatz am Graben einzubeziehen. „Denn wie wird man den Ortsfremden erklären, wo man nun eine Stunde gratis parken darf und wo nicht? Wenn jemand ins Navi den Graben eingibt, kommt er wahrscheinlich zuerst zum Parkplatz beim Finanzamt und nicht zum Mantzosparkplatz. Da sind die Stadtwerke gefragt, sich ein funktionierendes Leitsystem zu überlegen.“

„Brauchen gemeinsame Aktionen mit Kaufmannschaft“

Funke bezweifelt aber, dass ein solches möglich ist und befürchtet, dass wieder nur für unnötige Verwirrung und Unzufriedenheit bei Kunden und Anrainern gesorgt wird. „Die Zeit für Stückwerk und Einzelmaßnahmen sei aber längst vorbei. Wir brauchen in Amstetten endlich Gesamtkonzepte zur Belebung der Innenstadt“, sagt der Vizebürgermeister.

Die VP will daher auch über eine Wirtschaftsförderung der Innenstadtbetriebe in Form von Park-Ausfahrtsscheinen diskutieren, die diese ab einem gewissen Rechnungsbetrag an ihre Kunden verteilen können. „Da brauchen wir gemeinsame Aktionen mit der Kaufmannschaft. Wir müssen uns aber auch rasch ein praktikables Modell für die Kurzparkzonen einfallen lassen – an dieser Forderung halten wir fest“, betont Funke.

Wichtige Daten durch Kundenbefragung

Was Funke und auch VP-Gemeinderat Markus Brandstetter begrüßen, ist die geplante Befragung der Innenstadtkunden im März 2017. Dadurch soll ja evaluiert werden, ob die Gratisstunde auf den beschrankten Parkplätzen wirklich Sinn macht.

„Wir sagen ja schon lange, dass es wichtig ist, die Kunden der Innenstadt zu kennen, zu wissen, welche Geschäfte sie besuchen, wie lange sie durchschnittlich in der Stadt sind und welche Wünsche und Anregungen sie haben“, sagt Funke. Dadurch bekomme man wichtige Daten, die bei der Planung neuer Parkplätze aber auch bei der Ansiedelung neuer Geschäfte genützt werden könnten. „Bei Anfragen kann man gleich sagen, ob für diese Branche Potenzial vorhanden ist, oder nicht“, sagt der Vizebürgermeister.

SP-Verkehrssprecher Bernhard Wagner verteidigt die Auswahl der beiden Parkplätze für den Pilotversuch Gratisparken. „Mit der Alten Zeile wollen wir, wie von Standort & Markt empfohlen, die Achse Hauptplatz-CCA stärken. Mit dem Mantzosparkplatz stellen wir für die Wiener Straße im östlichen Bereich günstigere Parkplätze zur Verfügung und schauen, wie sich das auswirkt. Es handelt sich um einen Testlauf und ich sehe keinen Grund, das jetzt noch abzuändern“, betont der SP-Politiker.