Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:18

von Hermann Knapp

Grünes Licht für Wirtschaftspark. Nahe bei der OMV werden 40 Hektar Betriebsfläche zur Verfügung gestellt. Fünf Gemeinden beteiligen sich.

Freuen sich auf den Wirtschaftspark Westwinkel (v.l.): Helmut Miernicki, Kerstin Suchan-Mayr, Michaela Hinterholzer und Karl Huber.  |  NOEN, Knapp
Der geplante interkommunale Wirtschaftspark in St. Valentin auf dem Gelände der OMV nimmt konkrete Formen an. „Die Verhandlungen über den Grundankauf mit dem Unternehmen sind praktisch abgeschlossen“, erklärte die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der ecoplus, Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer am Freitag bei einer Pressekonferenz im RIZ Amstetten.

Insgesamt wird der neue Wirtschaftspark eine Fläche von 48,3 Hektar haben. In der ersten Phase sollen 20,6 Hektar für die Ansiedelung von Betrieben zur Verfügung gestellt werden.

In den nächsten Wochen gilt es nun vor allem die Frage zu klären, in welcher Weise und in welchem Ausmaß sich die Gemeinden des Westwinkels (St. Valentin, Ennsdorf, St. Pantaleon, Ernsthofen und Strengberg) am neuen Wirtschaftspark beteiligen werden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Kommunen können einen Teil der Aufschließungskosten übernehmen und erhalten dafür später entsprechend Kommunalsteuereinnahmen, oder sie beteiligen sich direkt an der neuen Wirtschaftspark GmbH und somit auch am Grundkauf. Dann ist später natürlich auch ihr Ertrag höher.

Ecoplus beteiligt sich

Das Areal kostet insgesamt rund 16,5 Millionen Euro. Die ecoplus streckt das Geld vor. „Grundsätzlich können wir uns 20 bis 50 Prozent Beteiligung vorstellen und hoffen, dass die Gemeinden den Rest übernehmen werden“, sagt ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki. Er stellt klar, dass in die Schaffung des Wirtschaftsparks keine Steuergelder fließen, sondern ausschließlich Mittel, die die ecoplus in anderen florierenden Wirtschaftsparks im Land NÖ lukriert.

Hinterholzer hebt vor allem den optimalen Standort des neuen Betriebsgebiets hervor: „Das Gelände liegt nahe am Ennshafen mit Schiff und Bahnanschluss und unweit der Autobahn. Zudem gibt es in der Nähe keine Wohnsiedlungen. Vor allem haben wir dort aber so große Flächen zur Verfügung, wie sonst nirgendwo mehr in der Region.“

Hinterholzer und Mirnicki betonen zwar, dass man bei der Entwicklung von Wirtschaftsparks langen Atem haben müsse – wie etwa das Beispiel Kematen beweise – gerade in St. Valentin gehen sie aber eher davon aus, dass es bald Interessenten geben wird.

2017 könnten sich erste Firmen ansiedeln

Auch ein Vorteil: Das ganze Areal ist bereits als Bauland gewidmet. Der Zeitplan sieht vor, die Verhandlungen mit den Gemeinden im ersten Halbjahr über die Bühne zu bringen und den Wirtschaftspark als GmbH zu installieren. Dann wird die Aufschließung erfolgen. 2017 könnten sich bereits die ersten Firmen ansiedeln.

Bei der Pressekonferenz am Freitag waren auch die Bürgermeisterin von St. Valentin, Kerstin Suchan-Mayr, und Ernsthofens Ortschef Karl Huber anwesend. Sie bekundeten durchaus das Interesse ihrer Gemeinden sich am Wirtschaftspark Westwinkel, wie er heißen soll, zu beteiligen. „Wir wissen natürlich, dass wir da viel Geld in die Hand nehmen müssen, aber wir denken nicht nur in Fünf-Jahres-Rhythmen, sondern darüber hinaus.

Uns bietet sich da die große Chance für eine Investition von der auch unsere Kinder und Enkel noch profitieren werden“, betonte Suchan Mayr. Huber kann sich eine Beteiligung Ernsthofens an den Aufschließungskosten auf alle Fälle vorstellen, ob auch beim Grundankauf, muss im Gemeinderat erst noch besprochen werden.

Detail am Rande: Wie potent der Wirtschaftsraum im Dreieck Linz-Amstetten-Steyr ist, zeigt der Umstand, dass 25 Prozent des gesamten Exportvolumens Österreichs aus diesem Raum kommen.