Erstellt am 24. Mai 2016, 05:24

von Hermann Knapp

„Habe mir umsonst Sorgen gemacht“. Im Röntgeninstitut wurde bei Herbert Fischer Verengung der Halsschlagader diagnostiziert. Spital gab aber Entwarnung.

Herbert Fischer aus Hausmening: »Dr. Rauscher hat mir eine unnötige Operation erspart.«  |  NOEN, Knapp

„Doktor Rauscher hat mir eine unnötige Operation erspart. Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, ist Herbert Fischer aus Hausmening (62) voll des Lobes für den Chirurgen am Amstettener Landesklinikum. Fischer musste schon vor zwei Jahren einmal unter das Messer – wegen Verengung der Halsschlagader. Eine lange Narbe zeugt noch vom damaligen Eingriff. Die Operation glückte, dennoch muss Fischer nun regelmäßig zur Kontrolle der Aderdurchlässigkeit.

„Vor zwei Wochen war ich im Röntgeninstitut in Waidhofen. Dort wurde eine Ultraschalluntersuchung gemacht“, berichtet der Hausmeninger. Das Ergebnis war für ihn niederschmetternd, denn laut Befund lag erneut eine 90- bis 95-prozentige Verengung der Halsschlagader vor.

Fischer setzte sich daher umgehend mit dem Amstettner Chirurgen Günther Rauscher in Verbindung, der ihn in der Vorwoche auch gleich ins Spital beorderte, um nötigenfalls sofort zu operieren. „Doktor Rauscher hat aber gesagt, dass er sich das schon nochmals selbst anschauen will.“, erzählt Fischer.

Ergebnis überraschend

Das Ergebnis der neuerlichen Ultraschalluntersuchung war überraschend, für den Patienten aber auch sehr erfreulich. „Denn es liegt keine Verengung der Halsschlagader vor. Zwei erfahrene Kollegen haben das unabhängig voneinander geprüft“, garantiert Günther Rauscher die Richtigkeit der Diagnose.

Eine in solchen Fällen übliche MR-Untersuchung zur weiteren Abklärung sei nicht möglich, weil der Patient unter einer Kontrastmittelallergie leidet. „Wir haben daher eine weitere Ultraschall-Kontrolluntersuchung in drei Monaten vereinbart“, erklärt der Arzt gegenüber der NÖN.

Was für Fischer bleibt, ist der Ärger über eine Woche, die er in großer Sorge verbracht hat. „Ich möchte schon die Ärzte im Röntgeninstitut auffordern, achtsamer zu sein, denn beinahe hätte ich eine völlig unnötige Operation in Vollnarkose über mich ergehen lassen.“

Keines Fehlers bewusst

Im Waidhofner Röntgeninstitut ist man sich allerdings keines Fehlers bewusst. „Es tut mir für den Patienten leid, sollte er sich unnötig Sorgen gemacht haben, aber ich kann nur diagnostizieren, was ich sehe“, sagt Dr. Berthold Grasl. Er habe bei zwei verschiedenen Messungen jedes Mal eine deutliche Erhöhung der systolischen Geschwindigkeit (des Blutes, Anm. d. Red.) festgestellt, was auf eine Gefäßwandverengung hinweise und entsprechend sei dann auch sein Befund ausgefallen.

„Ich kann da nur dem eigenen Urteil vertrauen. Es wird aber ohnehin kein verantwortungsvoller Chirurg einen Patienten allein aufgrund eines sonographischen Befundes auf den Tisch legen.“

Die Sonographie sei, so Grasl, als Methode natürlich auch nicht völlig unfehlbar. „Wenn es jedoch zu Befunddiskrepanzen kommt, muss man diese durch eine andere Untersuchungsmethode eben entsprechend abklären.“