Erstellt am 23. November 2015, 11:10

von Hermann Knapp

Hanger neuer VP-Obmann. Neuwahl brachte klares Votum. Festredner Stephan Pernkopf übte Kritik an Arbeit der Regierung. Verdiente Funktionäre wurden geehrt.

Johann Heuras' (r.) letzte Amtshandlung als Bezirksparteiobmann der ÖVP war die Überreichung der Urkunde über die Ehrenobmannschaft an Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka.  |  NOEN, Heribert Hudler

Am Mittwochabend ging im Schloss Hotel Zeillern die schon zuvor angekündigte Wachablöse an der Spitze der Volkspartei des Bezirks über die Bühne: Andreas Hanger folgt Johann Heuras als neuer Obmann nach.

Heuras war ja erst vor Kurzem zum Präsidenten des niederösterreichischen Landesschulrats ernannt worden und diese Funktion lässt sich mit einer parteipolitischen Funktion nicht vereinbaren.

Lehrer würden durch Reformgerede verunsichert

Natürlich zog Heuras zum Abschied eine Bilanz seiner fünfjährigen Ära und die fiel durchaus positiv aus. „Bei den verschiedensten Wahlen erreichten wir respektable Ergebnisse. Besonders freut mich, dass wir in St. Pantaleon nun den Bürgermeister stellen und in Sonntagberg unsere Position noch gestärkt haben“, erklärte der scheidende Obmann.

Natürlich ging Heuras aber auch auf die, am selben Tag von der Regierung vorgestellte, Schulreform ein. Diese sei weit weg von einem großen Wurf, diagnostizierte er nüchtern. „Modellregionen für die Gesamtschule einzuführen, was soll das? Das hat doch nur Sinn, wenn ich es wirklich für alle Schüler mache.“ Heuras betonte, dass die Lehrer durch das ständige Reformgerede nur unnötig verunsichert würden. „Aber ihn Wirklichkeit müssen wir ihnen helfen und sie stärken. Das wäre im Sinn unserer Kinder.“

Hauptredner an diesem Abend war Landesrat Stephan Pernkopf und der hatte offenbar ganz auf Wahlkampfmodus geschaltet. Da bekam vor allem der politische Gegner auf Bundesebene sein Fett ab. „Faymann kann nichts, er weiß nichts, er will nichts“, diagnostizierte Pernkopf schon unter der Gürtellinie.

Und er bemühte auch noch den bayrischen Ex-Ministerpräsidenten Franz-Josef-Strauß, der einmal sagte: „Irren ist menschlich, sich immer irren ist sozialistisch.“

Pernkopf: „Asylwerber müssen Werte respektieren“

Kritische Worte gab es aber auch in Richtung des eigenen Regierungsteams – vor allem die Registrierkassenpflicht sei ein falsches Signal. Natürlich ging Pernkopf auch auf den Flüchtlingsansturm ein.

„Wir dürfen uns da nicht in den Sack lügen, wir werden nicht alle aufnehmen können. Menschlichkeit und Klarheit müssen unsere Prinzipien sein. Jene, die verfolgt werden, müssen wir aufnehmen, aber jene, die sich nur ein wirtschaftlich besseres Leben erhoffen, müssen wir zurückschicken. Ebenso jene, die sich nicht an unsere Grundwerte halten, wie etwa die Gleichstellung der Frau“, so Pernkopf.

Der neue Bezirksparteiobmann Nationalrat Andreas Hanger wurde von den 286 Delegierten mit 95,8-prozentiger Zustimmung gewählt. Seine beiden Stellvertreter Michaela Hinterholzer und Anton Kasser bekamen 98,3 Prozent Zustimmung. Auch alle restlichen Mitglieder des Bezirksvorstands wurden mit deutlichem Votum gekürt. Am Parteitag wurden auch zahlreiche Ehrungen durchgeführt (Seite 53).

Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka wurde zum Ehrenobmann des Bezirkes Amstetten ernannt und und der scheidende Bezirksparteiobmann Johann Heuras erhielt das goldene Ehrenzeichen der Volkspartei NÖ.