Erstellt am 25. Januar 2016, 14:50

von Daniela Rittmannsberger

Hannes Scharnreitner: Ein ganz besonderer Sieg. Hannes Scharnreitner aus Ertl trat bei den Pre-Games der Special Olympics in der Ramsau in der Disziplin Schneeschuhlauf an und holte die Goldmedaille.

Hannes Scharnreitner freut sich über seine Gold- und Silbermedaillen, die er bei den Pre-Games der Special Olympics in der Ramsau verdient gewonnen hat. Foto: privat  |  NOEN, privat
Wenn er am Wochenende zu Hause in Ertl ist, dann sieht man Hannes Scharnreitner oft seine Runden drehen, wenn die Witterung passt, oft mit Schneeschuhen.

Deshalb zögerte der 41-Jährige auch nicht, als ihn vergangenen Frühling sein Betreuer Georg fragte, ob er im Jänner 2016 bei den Pre-Games der Special Olympics in der Steiermark dabei sein wolle. (Die Special Olympics richten sich – im Vergleich zu Paralympics – an geistig beeinträchtigte Menschen.)

„Plötzlich rief er an und sagte: Ich habe Gold gemacht“

Schnell waren einige Mitstreiter in der Werkstätte der Lebenshilfe in Aschbach gefunden, wo Hannes betreut wird, und die Vorbereitungen starteten. Das Training für die Disziplin „Schneeschuhlauf“ gestaltete sich allerdings schwierig.

„Wir hatten ja nicht sehr viel Schnee vor dem Bewerb, daher haben wir in der Wiese geübt. Erst unmittelbar vor dem Bewerb konnten wir die Schneeschuhe auch wirklich im Schnee ausprobieren“, erzählt Georg.

Am 10. Jänner ging es dann ab in Richtung Ramsau, wo die Pre-Games – die Qualifikation für die Special Olympics – stattfanden. Anfangs habe er sich nicht sehr wohl gefühlt in der ungewohnten Umgebung, erzählt Schwester Claudia Scharnreitner: „Hannes hat angerufen und gesagt, dass er sich nicht recht wohlfühle und Heimweh habe. Ich denke, die Routine hat ihm gefehlt.“

Die Familie machte sich Sorgen um den 41-Jährigen, aber nur bis zum nächsten Telefonat. „Plötzlich rief er an und sagte: Ich habe Gold gemacht“, erzählt Claudia Scharnreitner. Aufregend sei es gewesen, erzählt Hannes. Und emotional hat es ihn schon sehr berührt, fügt seine Schwester hinzu, die Tränen seien ihm immer wieder gekommen.

Die Pre-Games, bei denen unter anderem in den Disziplinen Eiskunstlauf und Langlauf gestartet wird, waren auch für Betreuer Georg ein ganz besonderes Erlebnis: „Es ist niemand traurig und jeder gönnt dem anderen den Erfolg. Es war einfach eine schöne Erfahrung.“

Gemeinsam mit seinen Aschbacher Kollegen startete Hannes dann noch im Team mit den Schneeschuhen und sie holten die Silbermedaille. „Für diese Menschen ist das eine doppelt so starke Leistung. Es bedeutet ihnen sehr viel – gerade weil sie oft nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen“, erzählt der Betreuer weiter.

Nach den Bewerben wurde natürlich noch gemeinsam bei den anderen Disziplinen mit gefiebert. Und schon vor der Abreise aus der Ramsau war für Hannes klar: Bei den Special Olympics, für die er sich dank seiner Goldmedaille qualifiziert hat, ist er auch wieder dabei.