Erstellt am 26. Januar 2016, 04:03

von Hermann Knapp

Hausbrunnen sind trocken. In der Siedlung Kansering, aber auch am Ederrücken haben Liegenschaften Wassernot. Gemeinde arbeitet an Abhilfe. Auch neue Quelle in Dachsbach wird erschlossen.

Bürgermeister Johann Spreitzer auf dem Feld in Dachsbach, wo der neue Brunnen entstehen wird. Messungen haben ergeben, dass sich in rund 38 Metern Tiefe ein ausgiebiges Wasserreservoir befindet. Foto: Knapp  |  NOEN, Knapp

Die Trockenheit im Sommer und der schneelose Winter bescheren auch in Seitenstetten Bürgern massive Wasserprobleme.

„Brunnen der Gehöfte sind praktisch versiegt“

„Zuletzt sind Anrainer der Kanseringsiedlung zu mir gekommen, weil ihre Hausbrunnen praktisch ausgetrocknet sind. Die Objekte an die Ortswasserleitung anzubinden wird aber nur möglich sein, wenn alle Hausbesitzer dort zumindest einem Teilanschluss zustimmen – das heißt, dass wir die Leitung bis zu ihren Häusern legen und sie einen Teil der Kosten dafür übernehmen, auch wenn sie vorerst ihre Hausbrunnen weiter nützen“, sagt Bürgermeister Johann Spreitzer.

Die Anrainer der Kanseringsiedlung sind aber nicht die einzigen, die Probleme haben. Stark betroffen sind zum Beispiel auch etwa zehn Liegenschaften am Ederrücken. Die Feuerwehr Dorf Seitenstetten hat an sie schon 374.000 Kubikmeter Wasser geliefert.

„Die Brunnen der Gehöfte sind praktisch versiegt. Da werden wir ein Projekt starten müssen. Das bedeutet, dass wir eine Leitung von rund einem Kilometer Länge legen müssen“, sagt Spreitzer.

Gemeinde wird Quelle in Dachsbach erschließen

Die Gemeinde selbst hat keine Wassersorgen. Der Brunnen Weidersdorf könnte sieben Liter pro Sekunde liefern, genutzt werden derzeit aber nur zwei Liter. „Nur im Sommer, als es so lange heiß war, haben wir vorübergehende drei Liter gebraucht“, berichtet Spreitzer.

Um die Wasserversorgung Seitenstettens langfristig sicherzustellen, wird die Gemeinde eine Quelle in Dachsbach erschließen und dort einen Brunnen bauen. Messungen haben ergeben, dass dieser bis zu fünf Liter pro Sekunde liefern kann. Dass die Hausbrunnen der Umgebung nicht gefährdet sind, ergaben Pumpversuche und Messungen im Vorjahr.

„Der Brunnen wird bis zu einer Tiefe von 38 Metern ausgeführt, die Qualität des Wassers ist sehr gut. Wir werden eine rund 1,2 Kilometer lange Leitung zum bestehenden Hochbehälter bauen und dort das Wasser bei Bedarf einspeisen“, so Spreitzer.

Im Zuge dessen wird auch gleich eine Wasserleitung für die zukünftige Versorgung in Dachsbach mitverlegt. Die Kosten für das Gesamtprojekt sind beträchtlich: rund 400.000 Euro. Bis Ende 2017 soll der neue Brunnen fertig sein.