Erstellt am 03. Dezember 2014, 00:00

Hendi mit Plutus. Eine Adventgeschichte von Karen Müller.

 |  NOEN, Wodicka
Süßer die Tastaturen nie blinken – als in der Weihei-naha-chtszeit! Zumindest für das moderne Kind, das stets am letzten Stand der Technik sein will. Eigentlich könnte ich es mir dieses Jahr einfach machen: Ich bräuchte nur für ein paar Tausend Euro Media-Markt-Gutscheine kaufen, meine Lieben in einer Reihe antreten lassen, Kuverts austeilen und damit wäre Weihnachten erledigt. Dann würden sich alle selbstständig irgendwelche mattschwarzen oder silberglänzenden Digital-Dinger zulegen und ich würde mir jeglichen Christmas-Shopping-Run ersparen.

Leider muss ich sagen: Die Idee ist verlockend. Und anscheinend ohnehin genau das, was alle wollen. Der Liebste hätte zu gern ein iPhone, die 11-Jährige Handy und iPod und Laptop und sogar mein 9-Jähriger hat ans „Chriesgind“ geschrieben: „Ich wünsche mir ein Nokia-Hendi mit Siem-Karte und Plutus.“ Dazu wünschte er sich noch einen Lego-Technik-Ferrari sowie eine „Degetal- Kamara“. Nun, wie alle seine bisherigen Christkindl-Briefe fand ich auch den rührend. Aber nicht mehr wegen der Wünsche, sondern nur noch wegen der hinreißenden Rechtschreibfehler. Ansonsten drängte sich der Gedanke an eine Stippvisite bei der Media-Markt-Kasse mehr und mehr in den Vordergrund.

Dazu muss ich allerdings anmerken: Gutscheine schenken ist für mich so was wie eine Kapitulation. Gleichbedeutend mit einem Geständnis von der Art: „Ich weiß nicht genau, was dir gefällt, und will mich weder der Anstrengung aussetzen, das herauszufinden, noch dem Frust, das Falsche besorgt zu haben, und deshalb beschränke ich mich hiermit auf die Übergabe von getarntem Bargeld, um nicht ganz blöd dazustehen.“ In den vergangenen Jahren bin ich deshalb immer noch im Wintermantel schwitzend durch die Geschäfte gelaufen, ganz traditionell, um was Schönes für meine Lieben zu finden. Der Erfolg? Wechselhaft.

Die zwei Kaninchen, die Rosa mit sechs bekam, ließen sie jene Worte ausrufen, die wohl jeder Schenkende hören will: „Ich bin der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt!“ Auch mit der Karaoke-Station letztes Jahr war sie so happy, dass sie beim Auspacken einen langen und lauten Begeisterungsschrei ausstieß. Ich habe aber auch schon erlebt, dass mein Söhnchen nach der Bescherung bitterlich weinte und sich vom Himmel selbst gestraft fühlte, weil: „DAS HAB ICH MIR NICHT GEWÜNSCHT!“

Sein Vater (was auch eine schöne Weihnachtsgeschichte ist) war von meinen Geschenken einmal sogar dermaßen enttäuscht, dass daraus ein Streit entstand, der die Christbaumkugeln klirren ließ. Tja, also Gründe hätte ich genug, es mir einmal so richtig einfach zu machen. Denn Schenken ist und bleibt wie Börsenspekulation – schwer risikobehaftet. Die Frage ist, ob die Fokussierung auf Geschenke mit Tastatur und Bildschirm, die bei den Kids in den letzten zwei Jahren stattgefunden hat, die Sache einfacher macht.

Billiger macht sie es auf jeden Fall einmal nicht. Romantischer auch nicht. Und einfacher? Bei den Ich habe aber auch schon erlebt, dass mein Söhnchen nach der Bescherung bitterlich weinte und sich vom Himmel selbst gestraft fühlte, weil: „DAS HAB ICH MIR NICHT GEWÜNSCHT!“ Sein Vater (was auch eine schöne Weihnachtsgeschichte ist) war von meinen Geschenken einmal sogar dermaßen enttäuscht, dass daraus ein Streit entstand, der die Christbaumkugeln klirren ließ. Tja, also Gründe hätte ich genug, es mir einmal so richtig einfach zu machen. Denn Schenken ist und bleibt wie Börsenspekulation – schwer risikobehaftet. Die Frage ist, ob die Fokussierung auf Geschenke mit Tastatur und Bildschirm, die bei den Kids in den letzten zwei Jahren stattgefunden hat, die Sache einfacher macht. Billiger macht sie es auf jeden Fall einmal nicht. Romantischer auch nicht.

Und einfacher? Bei den zehn Millionen verschiedenen „Hendi“-Modellen, die unsere Digi-Welt so bietet? Weh mir, wenn ich da das Falsche nehme! Wenn es nach meinem Arian geht, sollte dieser Fall allerdings ausgeschlossen sein – er hätte da so die Vorstellung, dass er mit mir gemeinsam in den Handy-Shop marschiert und sich das Ding („Plutus muss es haben!“) selbst aussucht. Ob ich es dann wohl noch einpacken soll, in buntes Geschenkpapier? Nicht nötig, vermutlich.

Ach, ich wünschte, Weihnachten wäre so wie in den Bilderbüchern, die ich mit Rosa und Arian noch vor ein paar Jahren angeschaut habe – da liegen Lebkuchen und eine Puppe und ein Teddybär unter dem Baum, die Augen der Kinder strahlen heller als die Kerzen und nirgendwo blinkt eine Tastatur ..
 

Alle Geschichten des NÖN-Adventkalenders sind den folgenden beiden Büchern entnommen:

Hat das Christkind Hosen an?

x  |  NOEN, zVg/Verlag Anton Pustet Salzburg

Heitere Weihnachtsgeschichten für große Kinder.
21 Euro, 192 Seiten,
Verlag Anton Pustet Salzburg

 
Es gibt ihn doch, den kleinen Unterschied! Und er wurde auch schon hinlänglich und in allen nur erdenklichen
Facetten erforscht. So sind Frauen zum Beispiel eher Rechtshänderinnen und seltener farbenblind. Ihr Sehfeld ist größer als das der Männer. Männer sehen dafür schärfer. Frauen können einzelne Finger gezielter bewegen. Männer werfen und fangen besser, sind im Durchschnitt um zehn Prozent größer, um 20 Prozent schwerer und um 30 Prozent stärker als Frauen, besonders am Oberkörper ...

Eine ganz wesentliche Frage wurde freilich bislang noch nie gestellt: Wie unterscheiden sich Frauen und Männer in ihrer Auffassung vom Christkind?

Dieses letzte aller noch verbliebenen Weihnachtsgeheimnisse aufzudecken, ist die Mission des dritten Bandes der erfolgreichen Christkindanthologie. Nachdem sich in den Vorjahren Journalistinnen aus ganz Österreich himmlischen Lifestyle-Themen gewidmet haben und Fragen nachgegangen sind wie "Ist das Christkind wirklich blond?" oder "Lebt das Christkind hinterm Mond?", offenbaren uns nun Österreichische Top-Journalisten ihr ganz persönliches christkindliches Verständnis. Sie bescheren uns tief(sinnig)e Einblicke mit ihren Betrachtungen zu "Hat das Christkind Hosen an?" Manch einer mag so weit gehen, zu fragen: Ja, ist es am Ende etwa gar ein Mann ...
 

Lebt das Christkind hinterm Mond?

x  |  NOEN, zVg/Verlag Anton Pustet Salzburg

Noch mehr heitere Weihnachtsgeschichten.
21  Euro, 180 Seiten,
Verlag Anton Pustet Salzburg


Das Leben ist voller Christkindmomente. Weißt du, wo das Christkind wohnt? Hinterm Mond? Und doch kommt es so weltoffen und geistreich daher, ist so fest verortet im Hier und Jetzt. Es ist da, immer dann, wenn es uns gelingt, anderen eine Freude zu machen, jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder einfach nur für einen Augenblick innezuhalten und zuzuhören.

Das Leben ist voller berührender, lustiger, tiefgründiger, verworrener, liebenswerter, stimmiger, unglaublicher, fantastischer ... Christkindmomente. Es gilt nur sie aufzuspüren. Viele davon wohnen in uns, sind eingeschrieben in unser gemeinsames Gedächtnis. Wie die langen, nicht enden wollenden Stunden erwartungsvoller Vorfreude, die sich dann im Nachhinein vielleicht als die schönsten erweisen. Wie die Freude am Schenken, die oft um so vieles größer ist, als die darüber, beschenkt zu werden. Wie die eingespielten Traditionen und Bräuche, die wir zeitlebens mit Inbrunst verwünschen, obwohl wir doch genau wissen, nicht ohne sie sein zu wollen.

Journalistinnen und Medienfrauen aus ganz Österreich geben rund um die schönste Zeit des Jahres genüsslich ihre höchst persönlichen Begegnungen mit dem Christkind preis und da ist es dann eigentlich ganz egal, in welch himmlischen Sphären es in den kurzen Atempausen dazwischen abhängt.