Erstellt am 24. Mai 2016, 08:13

von Hermann Knapp

Hofer im Bezirk Amstetten mit 54 Prozent klar voran. Erstmals gibt es im Bezirk Amstetten bei einer Wahl eine blaue Mehrheit. 54 Prozent der Wähler haben für den FP-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer votiert.

Alexander Van der Bellen (l.) und Norbert Hofer  |  NOEN, HARALD SCHNEIDER (APA)
Rund 30 Unterstützer von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer warteten im Extrazimmer des Amstettner Brauhofes auf die erste ORF-Hochrechnung um 17 Uhr. Sie lautete 50,2 Prozent Hofer und 49,8 Prozent Van der Bellen. Mit so einem knappen Ergebnis hatte hier niemand gerechnet. Dann lag sogar Van der Bellen vorne. Doch jemand entdeckte, dass beim Privatsender ATV zur gleichen Zeit Hofer mit 50,2 Prozent führte. Spannung pur. Bald war klar, dass das Endergebnis erst am Montag vorliegen würde.

Freude kam bei den FPÖ-Funktionären dann über das Stadt- und Bezirksergebnis auf. „In Amstetten liegen wir mit fast 53 Prozent über dem Bundesschnitt. Vor allem in den Ortsteilen Mauer und Hausmening haben wir sehr gut abgeschnitten! Ich freue mich auch über die gestiegene Wahlbeteiligung in Amstetten. Das beweist, dass sich die Leute sehr wohl für Politik interessieren!“, sagte Stadtparteiobmann Gernot Huber. Zum Bundesergebnis meinte Huber, dass im Wahlkampf von allen, die das alteingesessene System fortführen wollten, gegen Hofer mobil gemacht worden sei. „Deswegen sind die 50 Prozent ein Super-Ergebnis für uns. Ich bin aber zuversichtlich, dass Hofer gewinnt.“

Je ländlicher, desto mehr Hofer-Wähler

Ebenso zuversichtlich für den Wahlsieg ihres „Kandidaten der Herzen“ zeigt sich Edith Mühlberghuber, FP-Bezirksparteiobfrau und Nationalratsabgeordnete: „Ich glaube, Norbert Hofer macht das Rennen.“ Aber auch wenn er nicht gewinne, könne man ihm gratulieren: „Der Wahlkampf war für ihn enorm, alle Parteien, Griss, die Kirche, die Katholische Frauenbewegung und viele NGOs haben sich gegen ihn ausgesprochen und dennoch steht er nun Kopf an Kopf mit Van der Bellen. Es war für Norbert Hofer wirklich ein grauslicher Wahlkampf, eine Schlammschlacht. Er und seine ganze Familie wurden beschimpft und beleidigt.“

Die Aufteilung der Stimmen im Bezirk folgte laut Mühlberghuber einem klaren Trend: „Je ländlicher, desto mehr Menschen wählten Hofer.“ Dass sich dieser ausgerechnet in ihrer Heimatgemeinde Haidershofen, Van der Bellen (50,9 Prozent), geschlagen geben musste, passe ins Bild: „Je näher Gemeinden zu Städten liegen, desto stärker ging es in Richtung Van der Bellen. Wenn außerdem der Herr Bürgermeister und sein Vize von der ÖVP bei Veranstaltungen Wahlempfehlungen für links, für Van der Bellen, abgeben, dann darf man sich über das Ergebnis nicht wundern.“