Erstellt am 18. November 2015, 12:33

„Ich hab’ immer viel gefragt“. Der 21-jährige Heizungstechniker Anton Zarl wurde bei den „Worldskills“ in Brasilien im August ausgezeichnet. Er ist ein Musterbeispiel für Erfolg mit Lehrausbildung.

Anton Zarl hat von seiner Reise nach Brasilien und dem Wettbewerb in Sao Paulo sehr viel profitiert.  |  NOEN, NÖN

„Wenn du fertig bist und du drehst die Armatur um und das Wasser rinnt … das ist ein schöner Moment“, sagt Anton Zarl mit leuchtenden Augen. Denn etwas selbst zu erschaffen, das dann auch funktioniert, begeistert den 21-jährigen Heizungs- und Sanitärtechniker am meisten bei seinem Beruf.

Und aufgrund dieses Jobs hat der Stephansharter ein aufregendes Jahr hinter sich. Denn er durfte im August bei den Worldskills 2015 – den Berufs-Weltmeisterschaften – in Sao Paulo, Brasilien, teilnehmen.

Dort wurde er für seine Leistungen mit der „Medaillon for Excellence“ ausgezeichnet. Für das bemerkenswerte Ergebnis waren 250 Übungsstunden notwendig. Zusätzlich besuchte er auch Sprachkurse, um die Wettbewerbssprache Englisch besser zu beherrschen. Doch nicht nur beruflich hat sich die Reise für den 21-Jährigen ausgezahlt. Auch für Sightseeing war ein bisschen Zeit. „Einen Tag lang haben wir uns Sao Paulo angeschaut. Außerdem war ich zum ersten Mal überhaupt am Meer“, berichtet Zarl.

Verantwortung lernt man als Lehrling

Die Vorteile, eine Lehre zu machen, kann Zarl viele nennen. „Einerseits verdient man gleich einmal Geld und ist auf niemanden mehr angewiesen.“ Außerdem lerne man Verantwortung, und dass man da sein muss.
Ursprünglich wollte der Sanitär- und Heizungstechniker eigentlich eine andere Lehre machen, doch seine Mama hätte gemeint, dass zwei Elektriker in der Familie reichen. Denn seine älteren Brüder haben schon vor ihm eine Lehre absolviert. „Ich war dann schnuppern und habe mir gar keinen anderen Beruf mehr angeschaut“, erzählt Zarl, der diese Entscheidung nie bereut hat. Denn so begann seine Karriere im Betrieb „Installateur Aichberger“ in Wallsee-Sindelburg.

„In einer kleinen Firma lernst du viel mehr. Ich war immer allein mit dem Chef unterwegs und hab’ deshalb so viel gelernt“, ist Anton Zarl dankbar für seine Stelle. In einem großen Betrieb würden die Lehrlinge laut Zarl eher untergehen.

Als einer, der schon vor zwei Jahren ausgelernt hat, weiß Zarl auch, wie man die Lehrabschlussprüfung meistert: „Das Wichtigste ist, in der Stunde immer aufzupassen und interessiert zu sein. Wenn dich etwas nicht interessiert, bringt es nichts. Und wenn man immer in der Schule aufpasst, muss man auch für die Lehrabschlussprüfung nicht mehr so viel lernen.“ Zusätzlich sei es sinnvoll, auch bei den Gesellen viel nachzufragen, wenn man etwas nicht versteht: „Ich hab’ immer viel gefragt. Da lernt man wirklich was!“, ist sich Zarl sicher.