Erstellt am 25. November 2015, 12:09

Impfen!!!. Ninika Schrey besucht ein halbes Jahr eine High School. Auf ybbstal.NÖN.at berichtet die HAK-Schülerin von den Vorbereitungen und ihren Erfahrungen in den USA.

Foto: Trixi Schrey  |  NOEN, Trixi Schrey
Mein Vater erzählt manchmal von seinen Reisen: Wanderungen auf Borneo oder Elefantenritte im Regenwald von Nepal, Trekking-Touren in Kanada, Tansania und Peru. Von verschmutztem Trinkwasser, gefährlichen Insekten und schockierenden Hygiene-Zuständen in manchen Regionen Afrikas, Asiens oder Südamerikas.
Gelbfieber, Malaria, Typhus oder Cholera bringe ich daher schnell in Verbindung mit exotischen Reisezielen, wo diese Krankheiten ernstzunehmende Bedrohungen für die Gesundheit sind. Wer in diese Länder reist, sollte sich auf jeden Fall ausreichend schützen.

Bei unserem persönlichen Gespräch mit Theresa Kiefer von TREFF-Sprachreisen Anfang August 2015 in Linz hat sie auch ausdrücklich auf die vorgeschriebenen Impfungen für Gastschüler hingewiesen. Wer denkt bei einer Reise in die USA an Impfungen? Bis jetzt habe ich nicht dran gedacht.

x  |  NOEN, Trixi Schrey


Meine bisherigen Impfungen waren fast alle innerhalb meiner ersten 15 Lebensmonate, daher kann ich mich nicht daran erinnern. Seit meiner Kindergarten-Zeit hatte ich keine ernstzunehmenden Krankheiten oder Verletzungen (außer manchmal etwas Husten und Schnupfen). In meinen bisherigen zehn Schuljahren habe ich insgesamt keine zehn Unterrichts-Tage wegen Krankheit gefehlt. Auch habe ich bei keiner meiner bisherigen Reisen eine Schutzimpfung benötigt. Und dann bekomme ich für mein geplantes High-School-Semester eine ganze Liste an Impf-Vorschreibungen präsentiert: Diphterie, Tetanus, Kinderlähmung, Polio, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Hepatitis A und B, Meningokokken und Keuchhusten - und manche Impfungen mehrmals.

Kein Wunder, dass ich in Panik geriet. Auf einmal stand für mich mein Plan auf sehr wackeligen Beinen. Denn bei einer schnellen Hochrechnung kam ich auf mehr als zwanzig Spritzen in fünf Monaten.
Zum Glück zeigte mir meine Mutter meinen Impf-Pass. In meinem gelben Impfkalender waren alle an mir seit meiner Geburt vorgenommenen Impfungen fein säuberlich eingetragen. Und mit jedem Eintrag verringerte sich die Anzahl der noch durchzuführenden Injektionen. Die sogenannten Auffrischungen und Grund-Immunisierungen (diese Begriffe stehen auf dem gelben Pass) wären ohnehin innerhalb der nächsten Jahre fällig und es gibt auch sogenannte Mehrfach-Impfungen. Das sollte bis Januar 2016 hoffentlich machbar sein.

Der Impfkalender hat für Gaststudenten aus aller Welt seine Gültigkeit und soll amerikanische Studenten vor Epidemien schützen. Warum für Gaststudenten und nicht für jeden Besucher, welcher längere Zeit geschäftlich oder als Tourist durch die faszinierenden Landschaften und Großstädte der USA reist? Weil die Gefahr der Ansteckung in Klassenräumen und Vorlesungssälen durch die vielen Personen in kleinen und großen Räumen deutlich höher ist.

Ein paar „Piekser“ muss ich in den nächsten Wochen noch über mich ergehen lassen. In diesen Zeiten achte ich noch bewusster auf gesunde Nahrungsmittel, die mein Immunsystem stärken, um die doch vielen Impfungen in kurzer Zeit gut zu verkraften. Ich empfehle allen Schülern, die sich auch für einen Highschool-Aufenthalt in den USA interessieren, langfristig zu planen und frühzeitig mit dem Impfprogramm zu beginnen.
So, die nächste große Herausforderung wartete schon auf mich!