Erstellt am 28. September 2015, 09:43

von Hermann Knapp

Initial: Eine Million Euro für Sozialplan. Amstettner Unternehmen steigt aus dem Mietwäschegeschäft im Gesundheitswesen aus. 130 Mitarbeiter werden abgebaut.

Am Freitag nach der Betriebsversammlung, bei der der Sozialplan vorgestellt wurde: der Sekretär der Produktionsgewerkschaft, Christian Pichler, Betriebsrätin, Arbeiterbetriebsratsvorsitzende Gisela Zipfinger, Sales, Service & Delivery Manager Manfred Blauensteiner und Country-Direktor Reinhard Hell. Foto: Hermann Knapp  |  NOEN, Hermann Knapp

Wie schon im April angekündigt (die NÖN berichtete, siehe Link unten), wird die Initial Austria GmbH in Mauer mit Jahresende aus der Sparte Gesundheitswesen aussteigen.

Grund dafür: „Das Mietwäschegeschäft mit Spitälern und Pflegeeinrichtungen unterliegt einem harten Wettbewerb und ist aus unserer Sicht auf lange Sicht nicht mehr profitabel“, sagt Country-Direktor Reinhard Hell. Da diese Sparte bislang aber der Haupterwerbszweig der Firma war, bedeutet das einen massiven Personalabbau.

Von den rund 200 Beschäftigten werden etwa 130 ihren Job verlieren. Die ersten wurden bereits beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet. „Da wir schon erste Portfolios an andere Firmen verkauft haben, benötigen wir auch nicht mehr so viele Mitarbeiter“, sagt Hell.

Seit Bekanntwerden der geplanten Kündigungen hat die Unternehmensleitung mit Gewerkschaft und Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt. Dieser wurde den Beschäftigten nun in der Vorwoche bei einer Betriebsversammlung präsentiert. „Wir haben Maßnahmen vereinbart, die rund eine Millionen Euro kosten werden“, sagt Hell.

Freiwillige Abfertigung für die Mitarbeiter

Den Mitarbeitern werden freiwillige Abfertigungen gezahlt, deren Höhe mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt wurde. „Sie sollen den Leuten helfen, die schwierigen Monaten der Arbeitssuche leichter zu überstehen“, sagt der Sekretär der Produktionsgewerkschaft, Christian Pichler.

Ein ursprünglich mit 65.000 Euro dotierter Härtefonds wurde auf Drängen der Arbeitnehmervertreter auf 100.000 Euro aufgestockt. Er ist für Beschäftigte da, die die Kündigung in eine besonders schwierige Situation bringt – Alleinverdiener zum Beispiel.

Mit Transjob wurde außerdem eine Arbeitsstiftung vereinbart. 18 Mitarbeiter haben da Interesse angemeldet. „Wir versuchen außerdem, die Leute an andere Betriebe in der Branche zu vermitteln“, sagt Hell. Da viele Mitarbeiter Migrationshintergrund haben und nicht gut ausgebildet sind, wird die Arbeitssuche für sie schwierig werden.

Für Initial hat am Ausstieg aus dem Mietwäschegeschäft kein Weg vorbeigeführt. Der Schritt sei notwendig gewesen, um den Standort zu erhalten. „Wir wollen uns nun auf den Bereich der Berufskleidung konzentrieren und auch wieder wachsen. Kurzfristig werden wir in Mauer rund 150.000 Euro investieren, um die Anlagen an die neuen Anforderungen anzupassen, langfristig 500.000 Euro“, berichtet Hell. Aufträge aus anderen Ländern werden nach Amstetten umgeleitet: zum Beispiel aus der Schweiz, aber auch aus Slowakei.

Rund 70 Beschäftigte wird Initial künftig haben.