Erstellt am 07. Juli 2015, 05:26

von Hermann Knapp

Jugendherberge: Der Standort wackelt. Im Zuge der Diskussion über Schloss Ulmerfeld soll auch Entscheidung über Zukunft des Nächtigungsbetriebes fallen.

Die Jugendherberge im Schloss Ulmerfeld. Die Zahl der Nächtigungen ist gesunken. Die Politik ist mit dem Standort nicht glücklich. Foto: Heribert Hudler  |  NOEN, Heribert Hudler
Die Tage der Jugendherberge im Schloss könnten gezählt sein. Jüngst hat zwar der Gemeinderat noch eine Förderung in Höhe von 6.750,81 Euro beschlossen, als Beitrag zu den Betriebskosten für das Jahr 2014, aber auf Dauer wird die Stadt da wohl nicht einspringen.

Vize-Ortschef Funke: „Das ist ein Teufelskreis“

„Wir können nicht ständig die Aufwendungen für die Jugendherberge übernehmen. Diese kostendeckend zu führen wir dort aber kaum möglich sein, denn wir haben dort eine Stromheizung, die hohe Betriebskosten verursacht. Das heißt, je mehr Nächtigungen, desto höher die Kosten. Das ist ein Teufelskreis“, sagt VP-Vizebürgermeister Dieter Funke.

Wenn man sich im Zuge der Neugestaltung des Schlossumfeldes auch Gedanken über das Schloss mache, dann müsse man in diese Überlegungen auch mit einbeziehen, ob ein Beherbergungsbetrieb mit einem Veranstaltungszentrum vereinbar sei.

„Im nächsten Jahr werden wir noch einmal einer Subvention für Betriebskosten von 2015 zustimmen, weil die Saison ja schon läuft, aber dann muss Schluss sein“, sagt Funke.

Kulturstadträtin will weiter Herberge in Stadt

Auch SP-Ortsvorsteher Egon Brandl zweifelt an, dass der Standort im Schloss für die Jugendherberge auf Dauer sinnvoll ist. „Wir hatten im Vorjahr noch dazu einen starken Einbruch bei den Nächtigungen“, sagt der SP-Politiker. 2.965 wurden zwischen März und November 2014 verbucht um 1.260 weniger als im Jahr zuvor.

Kulturstadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig ist ebenfalls der Ansicht, dass man das Thema Jugendherberge in die Diskussion über die künftige Nutzung des Schlosses einbeziehen soll. Für sie ist allerdings klar, dass es auch weiterhin eine Jugendherberge in der Stadt geben müsse. „Aber es gibt sicher bessere Standorte dafür, näher beim Bahnhof zum Beispiel.“

Für den Obmann des Jugendherbergsverbandes, Andreas Kollross, ist ein Aus für die Jugendherberge kein Thema. „Es gibt keine derartigen Signale vonseiten der Stadt“, sagt er.