Erstellt am 19. November 2013, 23:59

von Hermann Knapp

Jurysitzung in Paris. Europan-Projekt / Vier Entwürfe für das 100.000 Quadratmeter große Bahn-Areal in Amstetten in engerer Wahl. Entscheidung im Dezember.

Vertreter der Stadt Amstetten und der ÖBB in Paris: Valerie Freinberger, Baudirektor Manfred Heigl, Kurt Wilhem, Günter Sterlike und Vizebürgermeister Michael Wiesner. privat  |  NOEN
Von Hermann Knapp

AMSTETTEN/PARIS / Der Eiffelturm, der Louvre, die Bastille – Paris ist an Sehenswürdigkeiten wirklich reich. Aber die Delegation der Stadt Amstetten, die von 8. bis 11. November in der französischen Hauptstadt weilte, bekam davon herzlich wenig zu sehen. Sie war aber auch nicht zum Sightseeing in die französische Hauptstadt gekommen, sondern zum Arbeiten.

Schon Anfang des Jahres haben ÖBB und Stadt sich entschieden, am europaweiten Ideenwettbewerb zur städtebaulichen Nutzung der frei werdenden Grundflächen beim Bahnhof teilzunehmen. Und dieses Europan-Projekt geht nun in seine Endphase.

„Bei der internationalen Jurysitzung in einem Veranstaltungszentrum am Rande von Paris bekamen wir die verschiedenen Projekte präsentiert. Vier Entwürfe sind in der engeren Wahl“, berichtet Vizebürgermeister Michael Wiesner. Die Entwürfe für Amstetten wurden von Stadt- und ÖBB-Vertretern mit den Juroren aus acht Ländern eingehend diskutiert. „Wir haben aber auch mit Vertretern anderer europäischer Städte grundsätzliche Themen der Stadtentwicklung diskutiert. Die Probleme sind ja überall ähnlich und es war interessant zu sehen, wie andere damit umgehen“, sagt Stadtbaudirektor Manfred Heigl. Von den für Amstetten vorgelegten Entwürfen ist er durchaus angetan. „Ich denke schon, dass sie umsetzbar sind, wobei wir ja keine Verpflichtung haben, sie 1:1 zu übernehmen. In erster Linie ist das aber ohnehin Sache der Bahn als Grundbesitzer. Wir können mit der Raumordnung nur steuern, in welche Richtung es gehen soll“, sagt Heigl.

ÖBB und Stadt ziehen 

 

Aufseiten der ÖBB ist man von den Entwürfen und Ideen der jungen europäischen Architekten für das Bahngelände in Amstetten ebenfalls angetan. „Die nun zur Entscheidung stehenden Projekte bieten allesamt eine hochqualitative Grundlage für die Entscheidung über die Nutzung des Areal“, sagt Günther Sterlike von der Immobilienmanagement GmbH.

Vizebürgermeister Wiesner ist sehr froh, dass die Ziele der Stadt und der ÖBB im Wesentlichen übereinstimmen. „Immerhin geht es da um knapp 100.000 Quadratmeter Grund. Da entstehen praktisch neue Stadtviertel, die für eine weitere positive Entwicklung ganz Amstettens sehr wichtig sein werden. Vom Ausmaß her entsprechen die Flächen dem Innenstadtbereich und sie liegen ja auch nur rund 1.000 Meter vom Hauptplatz entfernt.“

Die internationale Jury wird ihre Entscheidung Mitte Dezember veröffentlichen. Im Jänner 2014 soll gemeinsam mit Europan eine Ausstellung in Amstetten organisiert werden, die alle Projekte der österreichischen Standorte zeigt - also auch die beiden für Wien und jenes für Graz. „Auch das ist eine Ehre für uns, dass wir da den Vorzug vor den Großstädten bekamen. Aber unser Projekt ist einfach ein sehr interessantes und eine große Herausforderung“, so Heigl.

Sprachprobleme hatten die Amstettner in Paris übrigens nicht. „Es gab natürlich Dolmetscher und per Kopfhörer bekam man das Gesagte in die eigene Sprache übersetzt“, berichtet Wiesner.

Und ein wenig Zeit für Sightseeing blieb am Ende dann doch auch noch ...