Amstetten

Erstellt am 11. Oktober 2016, 05:24

von Wolfgang Kapf

Betteln in Amstetten nicht verboten. Fünf Männer bitten in der City regelmäßig um Almosen. Sie sind EU-Bürger, legal im Land und gehören nicht zur „Bettelmafia“.

Der „Bettler vom Hauptplatz“ wurde von der Polizei Ecke Rathausstraße/Wörthstraße gestellt. Er hält sich als EU-Bürger rechtmäßig in Österreich auf und verstößt auch nicht gegen das Bettelgesetz.  |  Gemeinde, Kapf

Schon seit einiger Zeit „beleben“ Bettler das Bild der Innenstadt. Sie sind meist auf denselben Plätzen zu finden, wie zum Beispiel vor dem Stadtwerke-Geschäft, neben dem Penny-Supermarkt oder neben den Hofer-Filialen. An Sonntagen sitzen oder knien sie bei den Kirchen. Sie betteln nicht aggressiv, aber trotzdem fühlen sich viele Passanten durch sie gestört.

Immer wieder geht auch das Gerücht um, dass die Amstettner Bettler zu einer „Bettelmafia“ (laut Polizei organisierte, meist rumänische Banden) gehören, die mit Bussen in die City gebracht werden und einen Großteil des erbettelten Geldes an ihre „Chefs“ abliefern müssen. Die NÖN ging der Frage nach, ob das so stimmt.

"Wir haben kaum eine gesetzliche Handhabe"

Letzten Freitag war ein NÖN-Reporter bei einer Amtshandlung in der Rathausstraße dabei. Ein Bettler, der zuvor am Hauptplatz um Almosen ersucht hatte, wurde von Streifenpolizisten angehalten. Der Beamte forderte den – ihm bereits bekannten – slowakischen Bettler auf, sich (wieder einmal) auszuweisen, was der auch tat. Damit war die Sache auch schon wieder erledigt. „Denn betteln ist nicht verboten. Wir haben kaum eine gesetzliche Handhabe. Wir nehmen nur die Personalien auf.“

Zur Frage, ob der Mann zu einer „Bettelmafia“ gehört, sagte der Beamte: „Nein, die ist in der Stadt Amstetten nicht aktiv, nur im ländlichen Umfeld. Hier in der Stadt haben wir vier oder fünf Bettler. Sie sind EU-Bürger und halten sich daher zu Recht in unserem Staatsgebiet auf. Sie leben in Amstetten, haben aber keine Wohnung, und bestreiten mit dem Betteln ihren Lebensunterhalt. So lange die Leute ihnen Geld geben, werden sie weiter betteln.“

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