Erstellt am 04. November 2015, 12:32

von Hermann Knapp

Keine Spenden mehr: Keller ist schon voll. Hilfsbreitschaft der Mostviertler ist enorm groß. Es gibt aber leider auch Leute, die Unwahrheiten über Flüchtlinge verbreiten.

 |  NOEN, Pia Reiter
Zwei Samstage lang wurden für die Flüchtlinge in Mauer Spenden gesammelt. Ursprünglich sollten es vier sein. Doch „Menschen für Menschen“ ruft nun einen Stopp aus, denn der Keller ist randvoll. „Die hohe Spendenbereitschaft hat mich selbst überrascht, ich danke allen, die geholfen haben und vor allem auch den ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen“, sagt Gemeinderat Dominic Hörlezeder.

Im Containerdorf hat es in der Vorwoche einen Wechsel gegeben. 15 Flüchtlinge wurden ins Industrieviertel weiter transportiert. Dafür sind nun 15 unbegleitete Jugendliche angekommen. Diese Woche werden weitere 15 erwartet und dafür wiederum andere Asylwerber weiter transportiert.

Ebner: "Probleme mit einheimischen Provokateuren"

Ortsvorsteher Anton Ebner ist täglich vor Ort: „Die Flüchtlinge sind sehr friedlich und dankbar. Probleme haben wir leider eher mit einheimischen Provokateuren, denen es ganz gezielt darum geht, Unruhe zu stiften.“ So schieße immer wieder jemand in unmittelbarer Nähe des Containerdorfes einen Böller ab. „Ich selbst habe es an zwei Tagen gehört.

Offenbar will man die Asylwerber, die aus einem Kriegsgebiet geflohen und daher zum Teil auch traumatisiert seien, damit gezielt erschrecken.“ Zudem würden, so Ebner, falsche Gerüchte in Umlauf gebracht – etwa, dass Flüchtlinge mit Falschgeld zahlten oder betteln gingen.

All das sei aber unwahr. „Die Asylwerber bekommen Geld für Essen und sind auch sonst versorgt. Sie haben gar keinen Grund zum Betteln. Wenn Bettler unterwegs sind, dann organisierte Gruppen aus Bulgarien oder Rumänien, die zu diesem Zweck nach Österreich gekarrt werden.“ Ebner ruft die Bürger auf, Ruhe zu bewahren und sich nicht von unwahren Behauptungen aufstacheln zu lassen. „Wir wissen, dass die Situation schwierig ist, aber wir werden sie meistern“, sagt der Ortsvorsteher.