Erstellt am 10. August 2015, 15:21

von Claudia Stöcklöcker

Kindesentziehung: Prozess vertagt. Seit Jahren kämpft 54-Jähriger um das Sorgerecht für Sohn. Mit dem Kind tauchte er unter.

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„Meinen Sohn habe ich versteckt, weil ich keine andere Möglichkeit gesehen habe, ihn vor der Staatsgewalt zu schützen“, sagt ein 54-Jähriger aus dem Bezirk Amstetten. Seit Jahren kämpft er vergeblich um das Sorgerecht für seinen Sohn.

In den Sommerferien 2014 tauchte er mit dem Zehnjährigen tagelang unter. Kindesentziehung wird ihm nun vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Einziger Fehler war, Wunsch des Sohnes ernst zu nehmen“

„Mein Sohn wollte bei mir bleiben. Wir sind mehrfach zum Gericht deshalb gegangen, wurden aber ignoriert. Ich habe mir gedacht, dem österreichischen Rechtssystem ist das Kind egal“, sagt der Angeklagte im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Ob die Mutter weiß, warum ihr Kind nicht zu ihr zurückwill? „Ich gehe von Beeinflussung aus“, sagt sie.

Man werde sich im Prozess mit dem Kindeswohl auseinandersetzen, meint Verteidiger Thomas Kaumberger. Und weiters: „Eltern sollten dieselben Rechte haben. Der einzige Fehler meines Mandanten war, den Wunsch seines Sohnes ernst zu nehmen. Das Jugendamt hat es trotz Einladung des Vaters, nicht für notwendig gehalten, ihn kennen zu lernen.“

Richterin Doris Wais-Pfeffer vertagt zur Zeugeneinvernahme und Beschaffung des Pflegschaftsaktes. Der Bub lebt mittlerweile beim Vater, Obsorge hat das Land NÖ.