Erstellt am 21. September 2015, 10:17

von Hermann Knapp

Ablehnung macht alles schwerer. Hermann Knapp zu den Diskussionen über die Flüchtlingsfrage.

Das Flüchtlingsthema dominiert die politische Diskussion in der Stadt. Leider oft auf niedrigem Niveau. So forderte etwa die FPÖ im Gemeinderat auf Taferln, dass Amstetten nicht Traiskirchen werden dürfe, wovon aber nie die Rede war!

Auch in Waldheim, wo auf dem Bundesforstegelände Container für 60 Asylwerber aufgestellt werden sollen, wird natürlich kontroversiell diskutiert. Von Hilfsbereitschaft bis zu Angst und Ablehnung reicht da die Gefühlspalette. Manche Anrainer scheinen Mord und Totschlag zu befürchten, wenn die Flüchtlinge kommen. Doch wie Stadtchefin Puchebner im Gemeinderat so treffend sagte: „Es wird da ja kein Straflager für Schwerverbrecher geschaffen, sondern eine Unterkunft für Menschen, die Hilfe brauchen.“

Dass ihre Integration schwierig wird, ist unbestritten, ihnen mit Ablehnung zu begegnen, macht es aber für alle nur noch schwerer. Den Vogel an Geschmacklosigkeit in Sachen Flüchtlinge hat aber der Tullner Anwalt Walter Anzböck abgeschossen: Er schlug gar vor, bis zu 60 Asylwerber im Fritzl-Haus in der Ybbsstraße einzuquartieren.