Erstellt am 16. Februar 2016, 04:54

von Hermann Knapp

Ärztemangel ist angekommen. Hermann Knapp über die medizinische Versorgung.

Was ein Mangel an Medizinern für den Einzelnen bedeuten kann, machte jener Fall eines Vaters, über den die NÖN in der Vorwoche berichtet hatte, deutlich.

Dass bei ihm die Nerven blank lagen, da er mehrere Anläufe brauchte, um einen Arzt zu finden, der seinem Baby eine dringend benötigte Spritze verabreicht, ist verständlich. Diesen Fall zum Symptom für einen akuten Kinderärztemangel im Bezirk hochzuspielen, wäre aber verkehrt. Die Ärzte selbst sagen ja, die Lage sei nicht dramatisch. Und Kassen-Mediziner haben eigentlich keinen Grund, die Situation schön zu reden.

Dass wir bei der ärztlichen Versorgung einer schwierigen Zeit entgegengehen, wird aber immer deutlicher. Im Krankenhaus ist der Ärztemangel längst angekommen. Teilweise wird es schon schwierig, nachts die Notaufnahme zu besetzen – wie die NÖN berichtete.

Und auch niedergelassene Ärzte tun sich immer schwerer, einen Nachfolger zu finden, wenn sie in Pension gehen. Fazit: Akutfälle werden sicher auch künftig rasch behandelt werden, sonst wird es für Patienten aber immer öfter heißen: „Bitte warten!“

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