Erstellt am 21. Juni 2016, 04:00

von Hermann Knapp

Umwelt bleibt auf der Strecke. Hermann Knapp über das Aus der Biogasanlage in Amstetten.

Eigentlich ist die Idee ja genial: Eine Biogasanlage verwandelt Bioabfälle und Speisereste in Strom und Fernwärme. Hört sich in der Theorie schön an, ist aber in der Praxis derzeit nicht kostendeckend machbar. Dabei war man vor rund einem Jahrzehnt, als Biogas- und Biomasseanlagen gebaut wurden, optimistisch.

Nach einer (dreizehnjährigen) Anstoßförderung würden sich die Anlagen durch den produzierten Strom selbst erhalten – glaubte man. Doch dazu ist der Strompreis international einfach viel zu niedrig. Mit der billigen Energie aus Atomkraft (die Kosten, die nach Betriebsende anfallen, werden ja nicht adäquat eingerechnet) und aus Braunkohle können Öko-Werke nicht mithalten.

Die Biogasanlage in Amstetten ist das erste Opfer, andere werden folgen. Durch das Auslaufen der Öko-Förderung ist der Betrieb nicht mehr rentabel. Nun werden die Speisereste aus dem Bezirk eben viele Kilometer weit zu einer Biogasanlage nach Oberösterreich gekarrt, die noch gefördert wird. Der Umweltgedanke bleibt da leider im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke.