Erstellt am 18. Juni 2016, 05:50

von Daniela Führer

Kritik an Erweiterung des Pfarrsaals. Grüne-Gemeinderätin spricht sich für Nutzung eines geplanten neuen NMS-Tunsaals als Veranstaltungshalle aus. ÖVP: „Pfarrsaalerweiterung wirtschaftlicher.“

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Großes Thema in der Gemeinde Euratsfeld sind die Sanierung und der geplante Zubau des Pfarrzentrums, künftig Pfarr-Gemeinde-Zentrum. Dafür übernimmt die Gemeinde 76 Prozent der Kosten für das rund 1-Million-Euro-Projekt als Vorauszahlung für 50 Jahre Benützungsgebühr.

„Saal zu groß wird und so nicht notwendig“

„An und für sich eine super Sache, dass Pfarre und Gemeinde das Pfarr-Gemeinde-Zentrum gemeinschaftlich nutzen und darin investieren“, erklärt Grüne-Gemeinderätin Elisabeth Mock.

Was ihr jedoch sauer aufstößt, ist die geplante Vergrößerung des Pfarrsaals in Richtung Pfarrgarten, um mehr Sitzplätze zu bekommen. „Unsere Befürchtung ist, und die haben wir auch schon im Gemeinderat vorgebracht, dass der Saal zu groß wird und so nicht notwendig ist. Von den Gesamtkosten fallen rund 180.000 Euro für die Saalvergrößerung an. Kosten, die wir einsparen könnten. Auch die Erhaltungskosten werden dadurch mehr und die Miete für alle, die den Saal nutzen wollen“, erklärt sie.

Durch Entfernen der fixen Bühne im Pfarrsaal könne man auch an Fläche gewinnen – ohne große Kosten und Bauaufwand, hält sie für denkbar.

Mock: „Bisher waren 220 Stühle genügend“

„Bisher waren rund 220 Stühle genug, künftig sollen es zirka 340 Sitzplätze werden. Es gibt in Euratsfeld aber nur wenige Events, für die der Saal bislang zu klein war“, sagt Elisabeth Mock und argumentiert in diesem Zusammenhang mit dem notwendigen Neubau der Turnhalle für die Neue Mittelschule in Euratsfeld: „Die Turnsaalerneuerung ist schon längst notwendig und auch geplant. Wir sind dafür, dass man bei diesem Vorhaben die Synergien zwischen Mittelschulgemeinde und Marktgemeinde nutzt.“

Eine neue Sporthalle könnte akustisch und platztechnisch ideal ausgestattet werden, damit diese neben schulinternen Veranstaltungen auch für Groß-Events der Gemeinde, etwa Blasmusikkonzerte, zur Verfügung stünde, erklärt sie ihre Vorstellungen.

Generell entscheide darüber der Bauausschuss mit je fünf Vertretern aus der Gemeinde aller Fraktionen und der Pfarre, sagt dazu VP-Bürgermeister Johann Weingartner: „Aber es gibt schon die Präferenz für eine Erweiterung des Pfarrsaals für Veranstaltungen, einfach, weil viele Dinge schon vorhanden sind.“

Haag: „Erweiterung ist am wirtschaftlichsten“

Er hält die Vergrößerung durchaus für sinnvoll: „Es soll mobile Trennwände geben, mit denen man den Saal bei kleineren Veranstaltungen räumlich teilen kann. Das ergibt Stauraum für nicht benötigte Stühle oder Tische. Die mussten bislang immer vom Keller auf und ab getragen werden.“ Und Weingartner betont: „Die Benützungsvereinbarung zwischen Gemeinde und Pfarre wurde vom Gemeinderat bereits einstimmig beschlossen. Auch die Kostenaufteilung wurde in der Vereinbarung beschlossen, in der die Saalerweiterung bereits vorgesehen ist.“

Baukoordinator des Projekts, geschäftsführender VP-Gemeinderat Andreas Haag erklärt, wie der Plan für eine Saalerweiterung entstand: „Wir haben uns bei einer Informationsreise rund zehn Veranstaltungsorte mit ähnlichen Kooperationen wie unseren angesehen und erhielten vor allem ein Feedback: Wird ein Turnsaal so konzipiert, dass er auch als Veranstaltungssaal genutzt werden kann, behält dieser immer den Charakter eines Mehrzwecksaales und es kostet sehr viel Geld, einen Turnsaal akustisch so auszurichten, dass es für Schulbetrieb und Veranstaltungen passt. Ich gehe davon aus, dass sich der Bauausschuss für die Saalerweiterung entscheidet, denn es ist die wirtschaftlichste Lösung.“

Die Planungsarbeiten für den Umbau des Pfarrzentrums befinden sich im finalen Stadium. Die Saalerweiterung ist vorläufig für 2018/19 vorgesehen.