Amstetten

Erstellt am 10. Oktober 2017, 05:04

von Doris Schleifer-Höderl und Hermann Knapp

Amstetten: Hospizstation scheint nun doch in Aussicht. Im Klinikum Amstetten sollen bis zum Jahr 2020 sechs Palliativbetten entstehen. Raum dafür könne man schaffen. Von Doris Schleifer-Höderl

Hoffen nun endlich auf eine baldige Errichtung der Palliativstation im Klinikum Amstetten: NÖ Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Bürgermeisterin Ursula Puchebner, Hospizverein-Vorsitzende Ester Steininger, Nationalrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und die Geschäftsführerin des Landesverbands Hospiz NÖ, Sonja Thalinger.  |  Doris Schleifer-Höderl

In einer Presseaussendung teilten Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf und NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Ludwig Schleritzko am Donnerstag der Vorwoche mit, dass im Landesklinikum Amstetten sechs Palliativbetten geschaffen werden sollen. Sie werden in den niederösterreichischen regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) 2025 aufgenommen. Auf Nachfrage der NÖN konkretisierte ein Sprecher Pernkopfs: „Die Betten werden bis zum Jahr 2020 entstehen“.

Steininger: „Bisher nur leere Versprechungen“

Am Freitag lud der Hospiz-Förderverein Amstetten zu einer Pressekonferenz. Vorsitzende Ester Steininger bedauerte zu Beginn, dass kein Vertreter der Landeskliniken-Holding, des NÖGUS oder des Landes Zeit gefunden hatte, ihrer Einladung zu folgen. Der Presseaussendung der beiden VP-Politiker kann sie nicht so recht trauen. „Denn alles in allem gab es bisher nur leere Versprechungen der Verantwortlichen.“

Seit 2004 kämpft der Verein ja schon um eine Palliativstation im Raum Amstetten. Auch eine Unterschriftenliste mit 9.402 Unterzeichnern brachte bislang keinen Erfolg. „Die derzeitigen Stationen im Landesklinikum Scheibbs und in Lilienfeld reichen nicht aus. Immer wieder müssen Patienten aus Amstetten auch nach Steyr ausweichen“, bedauert Steininger.

„Reden wir nicht mehr, sondern handeln wir“

NÖ Caritasdirektor Hannes Ziselsberger hofft aufgrund der Presseaussendung, dass sich in Sachen Palliativstation in Amstetten doch etwas bewegt und das sei auch sehr wichtig: „Denn in welcher Form wir unsere Sterbenden am Ende des Lebens begleiten, sagt sehr viel über unsere Gesellschaft aus.“

Auch SP-Nationalrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und die Geschäftsführerin des Landesverbandes Hospiz NÖ, Sonja Thalinger, hoffen, dass das Land nun tatsächlich handelt. Überrascht war Amstettens Bürgermeisterin Ursula Puchebner von der Aussendung der beiden ÖVP-Politiker: „Ich werde da aber sicher nicht mehr locker lassen. Denken wir an die Patienten und ihre Angehören und reden wir nicht mehr, sondern handeln wir!“

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