Erstellt am 11. Dezember 2015, 05:33

von Doris Schleifer-Höderl

Auf zu neuen Ufern. Albert Reiter, Leiter der Anästhesiologie und Intensivmedizin, geht in Pension und zieht in die USA.

Albert Reiter übersiedelt in die USA und freut sich abseits der Medizin auf neue Aufgaben. »Für mich beginnt ein neuer Lebensabschnitt, auf den ich mich sehr freue!«  |  NOEN, Doris Schleifer-Höderl

23 Jahre lang hat Albert Reiter die Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin am Landesklinikum Amstetten geleitet. Mit Jänner geht er in Pension und kehrt nicht nur dem Spital, sondern gleich auch Österreich den Rücken. „Ich übersiedle in die USA, denn ich bin seit einem Jahr mit einer Amerikanerin verheiratet“, berichtet der Mediziner.

In Minnesota möchte Albert Reiter den niederösterreichischen Wein salonfähig machen und etablieren. „Erste Netzwerke habe ich schon geknüpft, mal sehen was daraus wird. Ich bin ja bald Pensionist und möchte das machen, was mir Freude bereitet. Außerdem werde ich in der Mayo-Klinik in Rochester als freiwilliger Helfer arbeiten, mit Patienten plaudern oder sie zur Musiktherapie fahren. Ich habe so viel Gutes erlebt und möchte einen Teil davon an andere weitergeben.“

Liebe zur Medizin kam im Erste-Hilfe-Kurs

Seine Zeit in Amstetten wird Reiter in guter Erinnerung behalten. Immerhin ist sein Team hier im Laufe der Jahre von ursprünglich vier Fachärzten und vier Assistenzärzten auf 25 ärztliche Mitarbeiter angewachsen. Reiter hat sich als Mediziner einen sehr guten Ruf erworben, dabei wollte er zuerst eigentlich Flugkapitän werden. Doch mit 19 Jahren hat er während eines Erste-Hilfe-Kurses bei der Rettung die Liebe zur Medizin entdeckt. „Und so studierte ich in meiner Heimatstadt Innsbruck Medizin, promovierte 1977, arbeitete als Turnusarzt in Tirol und Vorarlberg, und machte ab 1981 meine Facharztausbildung zum Anästhesisten in Feldkirch.“

Schon während seines Studiums war Reiter als Sanitäter tätig und erkannte den hohen Stellenwert einer flächendeckenden notärztlichen Versorgung. Er half dann auch mit, ein gut funktionierendes Notarztsystem im westlichsten Bundesland Österreichs aufzubauen und zu etablieren. Dafür wurde ihm auch im vergangenen Jahr die Ehrenmitgliedschaft der Österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin verliehen. 2007 wurde der anerkannte Anästhesist zudem zum Transplantationsreferenten der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland bestellt.

Film über Organspenden ist Reiters ganzer Stolz

In zahllosen Vorträgen und einer regen Öffentlichkeitsarbeit ist es dem heute 65-Jährigen gelungen, das Thema Organspende durch gezielte Information zu enttabuisieren. Der Film „Das geschenkte Leben – Organspenden in Niederösterreich“, gedreht vom ORF NÖ ist Albert Reiters ganzer Stolz, hat er doch selbst aktiv an der Entstehung des Filmes mitgewirkt.

Seinem Nachfolger Bernhard Bacher, dem bisherigen Leiter der Kardioanästhesie des Universitätsklinikums Salzburg, wünscht Reiter viel Glück.

Am 31. Dezember wird der Primar in Amstetten seinen Mantel zum letzten Mal an den Haken hängen.