Erstellt am 26. Oktober 2015, 05:52

von Claudia Stöcklöcker

Mann drohte mit Packerl mit Bombe. „Ist mir nur so rausgerutscht“, verteidigt sich 61-Jähriger vor dem Kadi. Acht Monate bedingt.

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„Dass er mir mit dem nächsten Packerl eine Bombe schicken wird, hat er mir in einer Nachricht auf Whatsapp geschrieben“, erzählt ein Pensionist im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Nach Drohung kam Päckchen mit Messer...

Der Bombendroher sitzt nun auf der Anklagebank vor Richterin Doris Zwettler-Scheruga und bedauert seine Tat zutiefst. „Das hab’ ich nicht ernst gemeint, das ist mir so rausg’rutscht“, sagt der 61-Jährige.

Das Opfer erzählt: „Über willhaben.at haben wir beide voneinander Uhren gekauft. Das hat eine Zeit lang ganz gut geklappt, dann hat es Diskrepanzen gegeben wegen des Geldes. ‚Wo ist mein Zaster? Hast Galgenfrist“, hat er mir dann geschrieben. Und nach der Bombendrohung hat er ein Packerl mit einem chinesischen Messer mit langer Klinge geschickt. Und gesagt, dass er bei mir vorbeikommt.“

Und weiters: „Meine Lebensgefährtin wollte, dass ich ihn anzeige. Weil in Zeiten wie diesen kann man so etwas nicht so einfach anstehen lassen.“

„Anfangs hatten wir ganz lustige Gespräche“

Ob sich der Mann gefürchtet hat? „Um Gottes willen, nein! Am Anfang hatten wir ja auch ganz lustige Gespräche“, sagt er. „Eine runde Sache war’s“, bestätigt der Angeklagte und entschuldigt sich beim Opfer mit Handshake für sein Verhalten.

„Urteilen Sie nicht zu hart über ihn. Man sollte ihm nicht das Leben verbauen wegen so einem Blödsinn“, bittet nun das Opfer die Richterin. Für den 61-Jährigen setzt es wegen gefährlicher Drohung acht Monate bedingt. Urteil nicht rechtskräftig.