Erstellt am 08. Dezember 2015, 06:28

von Hermann Knapp

Banken winkten ab. Geldinstitute übernehmen Anteil des CityClubs nicht. Stadt muss sich auch neuen Geschäftsführer suchen.

Amstettens Bürgermeisterin Ursula Puchebner und Amstetten Marketing-Geschäftsführer Gerhard Sengstschmid mit dem Citytaler. Ihre Zusammenarbeit hat ein Ablaufdatum: März 2016.  |  NOEN, Wolfgang Danzer

Nun ist es also fix: Die Stadt wird die Anteile des Cityclubs an der Marketing GmbH übernehmen. Die Hoffnung, dass die regionalen Geldinstitute einspringen könnten, hat sich nicht erfüllt. „Es ist nicht Aufgabe einer Bank sich an anderen Gesellschaften zu beteiligen. Wir bleiben aber natürlich im geschäftspolitischen Beirat“, sagt Raiffeisenbankdirektor Andreas Weber.

Auch die Volksbank hat abgewunken. „Wir sind als Sponsorpartner ja ohnehin dabei und sehen es auch als unsere Aufgabe an, regionale Förderungen zu tätigen. Aber es ist bestimmt nicht Kernkompetenz einer Regionalbank, Citymarketing zu betreiben“, sagt deren Sprecher, Peter Digruber.

Puchebner: "Sind immer gesprächsbereit"

Bei der Sparkasse Amstetten hält man die Variante, dass die Stadt die Anteile übernimmt für gut. „Es ist aber vermutlich für alle Beteiligten sinnvoll, noch mehr Vertreter der Wirtschaft als Mitglieder im geschäftspolitischen Beirat oder auch als Teilhaber der Amstetten Marketing GmbH zu gewinnen“, sagt Vorstandsdirektor Wolfgang Dorner.

Bürgermeisterin Ursula Puchebner bedauert die Entscheidung der Banken zwar, diese sei aber zu akzeptieren. „Somit wird die Stadt den Anteil des CityClubs übernehmen und künftig eben 100 Prozent an der Gesellschaft halten. Das war ursprünglich nicht unser Ziel, ist nun aber so.“ Für die Stadtchefin muss das aber auch nicht auf Dauer so bleiben. Mögliche Partner seien jederzeit willkommen. „Vielleicht gibt es ja nach dem Aus des CityClubs in der Amstettner Wirtschaft neue Initiativen, die sich nicht nur auf das Zentrum konzentrieren. Wenn eine Tür zugeht, dann geht oft eine andere auf. Wir sind immer gesprächsbereit“, betont Puchebner.

Gerhard Sengstschmid bis 31. März im Amt

Definitiv muss sich die Stadt nun auf die Suche nach einem neuen Geschäftsführer für die Marketing GmbH machen. Gerhard Sengstschmid wird zwar sein Engagement bis Ende März ausdehnen, dann ist aber Schluss. „Ich habe lange überlegt. Die Aufgabe ist reizvoll und ich glaube, dass ich sie gut machen könnte, aber mein eigenes Unternehmen fordert mich voll und hat Vorrang.“

Neu ausgeschrieben wird die Funktion vorerst nicht. Stattdessen greift die Stadt auf die zweitgereihte Bewerberin der ersten Managersuche zurück. „Ich habe Kontakt mit der betreffenden Person aufgenommen und wir haben ein erstes Gespräch vereinbart“, bestätigt Puchebner.

Standortmarketing und Eventmanagement im Fokus

Neu definiert werden soll auch das Aufgabengebiet des Citymanagers, das bisher sehr breit angelegt war. Die Konzentration soll auf dem Standortmarketing verbunden mit Eventmanagement liegen. Bezüglich Leerflächen will die Stadt verstärkt auf Vernetzung und Kooperation mit den Immobilienbüros setzen.

An Mitgliedern aufgestockt wurde der geschäftspolitische Beirat der Marketing GmbH. Neben den drei Regionalbanken und dem CCA werden ihm künftig auch zwei Vertreterinnen der Kaufmannschaft angehören: Doris Schweiger und Edith Jungwirth.


Die Details

Die Stadt übernimmt den 25,1 prozentigen Anteil des CityClubs an der Amstettner Marketing Gmbh (im Wert von etwa 8.600 Euro). Sie kommt künftig auch für den Anteil auf, den die Kaufmannschaft zum Budget der Marketing GmbH beigetragen hat (30.000 Euro). Auf die Stadt entfallen künftig also rund 200.000 Euro, der geschäftspolitische Beitrat wird wie bisher 29.000 Euro zuschießen.

Die Generalversammlung der Marketing-GmbH wird nun rein politisch besetzt: SPÖ vier Sitze, ÖVP und FPÖ zwei Sitze, Grüne ein Sitz.