Erstellt am 14. September 2015, 09:46

von Hermann Knapp

Mauer und Waldheim: Zweiter Asyl-Gipfel. Bevölkerung von Mauer und Waldheim ist am 21. September um 19 Uhr in den Turnsaal der NMS Mauer geladen.

SP-Ortsvorsteher Anton Ebner versteht die Sorgen der Waldheimer, gezielte Stimmungsmache gegen Flüchtlinge lehnt er aber ab. Foto: Knapp  |  NOEN, Knapp
Anton Ebner ist als Ortsvorsteher von Mauer unmittelbar von der Aufnahme weiterer Flüchtlinge betroffen, denn beide Standorte befinden sich in Ortsteilen, für die er politisch verantwortlich ist. Ebner kündigt auch an, dass es eine eigene Informationsveranstaltung für die Bürger von Mauer und Waldheim geben wird.

„Wir möchten nochmals umfassend informieren, um auch diverse Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. Wir werden versuchen, zu dieser Veranstaltung auch Pater Michael einzuladen, der sich ja in Öhling um Flüchtlingsfamilien kümmert und sicher Interessantes berichten kann“, sagt der SP-Politiker.



Ebner versteht grundsätzlich die Sorgen und Ängste der Bürger, verurteilt allerdings gezielte Stimmungsmache gegen die Aufnahme der Flüchtlinge. „Es gibt in Waldheim ein paar Leute aus dem freiheitlichen Eck, die das gezielt betreiben. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es bei den Asylwerbern um Menschen in großer Not geht, die vor Krieg und Tod geflüchtet sind!“

Ein Anrainer, so Ebner, habe im Gespräch mit ihm gemeint, dass er künftig die Kinder nicht mehr auf den Spielplatz lassen könne, wenn dieser dann auch den Flüchtlingen zur Verfügung stehe. Für den Ortsvorsteher ist das nicht nachvollziehbar: „Denn ich bin sicher, dass gerade die Kinder am wenigsten Probleme mit der Kontaktaufnahme haben werden.“

Florianiprinzip ist nicht anwendbar

Der Forderung, doch einen anderen Standort für die Container zu suchen, erteilt Ebner eine Absage. „Das Florianiprinzip – überall, nur nicht bei uns – ist angesichts der großen Flüchtlingsströme längst nicht mehr anwendbar und im Stadtzentrum leben auch schon 150 Asylwerber.“

Zur Zahl der Asylwerber meint Ebner: „Ich finde es besser, wenn 60 Leute kommen. Denn für diese gibt es eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Bei 20 Flüchtlingen müssten wir uns um alles selber kümmern.“

Einer, der direkt von der Ansiedlung der Asylwerber betroffen ist, ist Grünmandatar Dominic Hörlezeder. Er wohnt im Ortsteil Waldheim. „Ich selbst habe kein Problem damit, denn irgendwo müssen die Flüchtlinge ja hin. Wir können nicht alle sagen, dass wir zwar helfen wollen, aber in unsere Nähe sollen sie nicht kommen.“ Hörlezeder glaubt, dass da auch viele irrationale Vorurteile gegen Ausländer im Spiel sind: „Aber die Asylwerber sind keine Diebe oder Verbrecher. Das sind Menschen, die Hilfe brauchen!“

Eindeutig hinter der Entscheidung, weitere Flüchtlinge in Amstetten aufzunehmen, steht auch die ÖVP: „Allein auf Basis unserer christlich-sozialen Grundhaltung müssen wir tun, was wir jetzt tun. Da sind Menschen in Not und wir müssen ihnen helfen“, sagt Vizebürgermeister Dieter Funke.

Dass es in der Bevölkerung Ängste gäbe, sei verständlich: „Aber der Grund ist oft Unwissenheit. Da ist es sehr wichtig, die Bürger zu informieren. Das wird in Mauer beim Infoabend passieren. Dass die Situation für alle Beteiligten nicht einfach ist, ist klar.“

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