Erstellt am 17. August 2015, 12:22

von Daniela Führer

Militärmuseum: Neonazis „auf Besuch“. Neonazi-Gruppe sorgte mit ihrem angekündigten „Besuch“ im Militärmuseum für gewaltiges Aufsehen. Sogar der Geheimdienst war zur Stelle.

Im Sonntagberger Militärmuseum sind zahlreiche Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen.  |  NOEN, Foto: Archiv
Die ungarische Sektion des internationalen Neonazi-Netzwerkes „Blood & Honour“ machte im Rahmen einer Österreich- und Deutschland-Rundfahrt am Donnerstag Halt im Militärmuseum Sonntagberg. Dieser „Besuch“ wurde im Vorfeld publik und sorgte gewaltig für Furore.



„Die Behörde hat uns vorgewarnt, dass die Gruppe zu uns kommen wird“, erklärt Museumsleiter Harald Werner. „Es ist natürlich unangenehm, aber wir können diesen Personen den Einlass ins Museum auch nicht verbieten, wenn sie sich normal verhalten und keinen Wirbel machen. Wir sind ja ein öffentliches Museum.“

Neonazi-Besuch rief Geheimdienst auf den Plan

Er blickte im Vorfeld im NÖN-Gespräch dem „Besuch“ auch recht unaufgeregt entgegen. „Wir hoffen auf jeden Fall, dass alles gesittet verläuft. Ich denke aber nicht, dass die Gruppe in zerstörerischer Absicht kommt“, sagte Werner am Montag. Und tatsächlich, der Wirbel blieb aus, obwohl die Meldung über den Neonazi-Besuch quer durch Österreichs Medienlandschaft wanderte.

Dafür beobachteten viele Schaulustige, Medienvertreter, Polizeibeamte bis hin zu Geheimdienstmitarbeitern den Besuch der Neonazi-Gruppe – sieben Erwachsene und ein Kind – mit Argusaugen. Doch alles verlief ruhig, bestätigen sowohl Polizei wie auch Museumsleiter Werner gegenüber der NÖN.

Seit 40 Jahren führt Werner schon das Militärmuseum Sonntagberg. Mit Neonazi-Gruppen hatte er da auch schon öfter zu tun. „Es gab aber noch nie Schwierigkeiten und es wurde noch nie etwas zerstört“, berichtet der Museumsleiter.