Erstellt am 08. Februar 2016, 11:43

von Hermann Knapp

„Mostbaron in Motion“ als Leader-Projekt. Hüter der Mostkultur haben viel vor: Palette reicht von neuer Ciderlinie über Kundenbindung bis zu Mostpräsentationen.

»Mostbaron in Motion« heißt das erste genehmigte Leaderprojekt. Die Hüter der Mostkultur haben sich für 2016 und die Folgejahre viel vorgenommen (v.l.n.r.): Hans Hiebl, Johannes Scheibelauer, Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer, Toni Distelberger und Bernhard Datzberger. Foto: Knapp  |  NOEN, Knapp
Die Mostbarone sind die touristische Speerspitze der heimischen Mostkultur und sie haben sich für die kommenden Jahre wieder viel vorgenommen. „Mostbaron in Motion“ nennt sich das Leader-Projekt, das auch die EU-Förderstellen beeindruckte, sodass sie die Gelder dafür freigaben.

Kennzeichnung für Gourmet-Moste angestrebt

Bei ihrer Klausur im Jänner haben die 20 Mostbarone die Schwerpunkte für 2016 festgelegt. „Unter anderem ist geplant, noch im Frühjahr eine neue Cider-Linie herauszubringen. Denn der Cider ist ein In-Produkt, das sich sehr gut verkauft“, berichtet der neu gekürte Primus der Mostbarone, Bernhard Datzberger.

Sehr erfreulich: Die Mostbaron-Moste tragen künftig das staatliche Gütesiegel mit dem Bundesadler und sind somit schon auf den ersten Blick als Qualitätsmoste erkennbar.

Angestrebt wird diese Kennzeichnung auch für die Gourmet-Moste (Brous, Preh, Exibatur). Da es sich dabei um Cuvée-Moste handelt, die aus Erzeugnissen mehrerer Betriebe hergestellt werden, ist das aber bürokratisch schwierig. „Wir sind allerdings zuversichtlich, dass es gelingen wird“, sagt Datzberger.

Zum Ziel gesetzt haben sich die Mostbarone für heuer auch, die Gourmetmoste in der heimischen Gastronomie zu etablieren. „Jeder Wirt, der etwas auf sich hält, soll Most auf der Getränkekarte haben“, sagt Vize-Primus Johannes Scheibelauer.

Verkauft werden soll der Most im Achtelliter-Glas. Am 11. April werden die Gastronomen des Mostviertels in die Kothmühle eingeladen, wo ihnen der Gourmetmost präsentiert und schmackhaft gemacht wird.

Wiener Gastronomen für Most begeistern

Aber auch den einen oder anderen Wiener Spitzengastronomen wollen die Mostbarone heuer für die Mostkultur begeistern. Ihre Hoffnungen setzen sie da vor allem auf eine Präsentation im Raiffeisenhaus in Wien Anfang Juni. Um die Kundenbindung zu erhöhen, haben die Spitzenproduzenten den „Club der Mostbarone“ gegründet. „Ziel ist es, Leute, die sich intensiv mit der Mostkultur beschäftigen, mit Informationen zu beliefern und sie auch zu den wichtigen Veranstaltungen einzuladen“, sagt Scheiblauer.

Die Mostbarone denken aber auch schon an die nächste Generation. In einigen Betrieben mischt der Nachwuchs ja schon kräftig mit. „Nach Ostern wird es eine Verkaufsschulung mit Verkaufsguru Rainer Chistée speziell für die Jung-Mostbarone geben. Denn der Verkauf ist das Um und Auf und viel wirksamer als Marketing“, erklärt Datzbergr. Als Ansporn für ihre künftigen Aufgaben bekommen die Jung-Mostbarone heuer auch noch eigene Hüte.

Primus Datzberger hat 2016 aber auch zum „Jahr der Baumbesitzer“ ausgerufen. „Denn wir alle haben Zulieferer, die uns mit qualitativ hochwertigem Obst versorgen. Sie erhalten die Bäume und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Mostkultur. Wir wollen sie in die Welt des Mostes noch mehr einbinden. Ich werde daher meine Lieferanten auch zur Mostwallfahrt einladen.“

Heuer darf man sich übrigens auf einen „Jahrhundert-Most“ freuen: „Die viele Sonne hat für einen hohen Zuckergehalt der Birnen gesorgt und der Regen und die kühlen Nächte im September kamen gerade noch rechtzeitig für einen optimalen Reifungsprozess“, sagt Mostbaron Toni Distelberger.

Mostinfos

  • Die diesjährige Moststraßengeneralversammlung findet am Montag, 15. Februar, im Gasthaus Kappl statt. Gastreferent ist Ex-Skistar und Hotelier Michael Walchhofer.

  • Die Mosttaufe findet am Freitag, 26. Februar im Hause Adelsberger in Randegg statt.

  • Zur Most-Wallfahrt laden die Mostbarone am 15. März. Ausgangspunkt ist beim Seppelbauer, die Wallfahrt führt zur Pfarre St. Marien in Amstetten.

  • Der Tag des Mostes, an dem viele Betriebe den Gästen neben kulinarischen Schmankerln auch ein buntes Programm bieten, geht diesmal am Sonntag, 24. April, über die Bühne.

  • Die Mostbarone haben auch einen neuen Imagefilm produziert, der die Schönheit des Mostviertels und die Qualität der Produkte gekonnt hervorhebt.