Amstetten

Erstellt am 04. April 2017, 06:00

von Hermann Knapp

Die Mekam-Tonne hat in Amstetten ausgedient. Stadt vollzieht Schwenk um 180 Grad und führt heuer getrennte Tonnen für Bio- und Restmüll ein.

Die Einhausungen derAbfallsammelstellen müssen weg. Die Gemeinde lädt Bürger ein, die „Müllhäuschen“ um einen geringen Tarif zu erwerben. Bedingung dabei: Sie müssen sie selbst abbauen.  |  Heribert Hudler

Die Stadt steigt nun doch schon heuer von der Mekam-Tonne (Zweikammernsystem) auf getrennte Sammelbehälter für Biomüll und Restmüll um. Das hat der Gemeinderat in der Vorwoche beschlossen und damit seinen anderslautenden Beschluss vom Dezember 2016 aufgehoben.

Damals hieß es noch, die Umstellung werde nicht vor 2023 passieren (wir berichteten, siehe auch unten). Die Stadt plante damals sogar noch, ein neues Müllfahrzeug für die Entleerung der Mekam-Tonnen anzuschaffen.

Bei Verband schrillten sofort die Alarmglocken

Der Obmann des Gemeindedienstleistungsverbandes im Bezirk, Anton Kasser, ist froh, dass sich die Stadt Amstetten überzeugen ließ, heuer schon von der Mekam-Tonne auf getrennte Tonnen für Restmüll und Bioabfälle umzustellen. Foto: Knapp  |  NOEN, Knapp

Diese Entscheidung ließ beim Gemeindedienstleistungsverband (gda) die Alarmglocken schrillen: Immerhin stehen die Hälfte aller Mekam-Tonnen im Gemeindegebiet von Amstetten. In intensiven Gesprächen in den letzten Wochen hat Obmann Toni Kasser tatsächlich ein Umdenken der Stadtpolitik bewirkt.

„Der Verband ist natürlich sehr daran interessiert, dass wir gleich auf das Zwei-Tonnen-System umstellen. Es wird ja auch eine Agentur beauftragt, die das werbemäßig begleitet und den Bürgern erklärt, wie das neue System funktioniert, also welcher Müll in welche Tonne gehört, und auch, was es mit dem gelben Sack auf sich hat, der 2018 zur Plastiksammlung eingeführt wird“, berichtete Baustadtrat Dieter Funke im Gemeinderat.

Würde Amstetten erst 2023 umstellen, müsste man die ganze Aktion nochmals laufen lassen, was natürlich zusätzliche Kosten für die Stadt bedeuten würde.

Zuviel Restmüll landet derzeit im Bioabteil

FPÖ-Stadträtin Brigitte Kashofer sah im Gemeinderat bei ihrer ersten Stellungnahme zum Thema keinen Grund, warum die Stadt bereits jetzt umstellen sollte. Nach der Diskussion stimmte die FPÖ aber ebenfalls dem Systemwechsel zu. Die Amstettner werden also noch heuer statt der Mekam-Tonne eine Restmüll- und eine Biomüll-Tonne erhalten.

Hauptgrund dafür, dass der Verband der Mekam-Tonne die rote Karte zeigt, ist vor allem die zuletzt stark zunehmende Verunreinigung des Biomülls durch Restmüll – entweder durch Fehlwürfe oder durch Schlampigkeit. Dem Verband entstand dadurch beträchtlicher finanzieller Schaden, weil die Entsorger ihm höhere Tarife verrechneten.

Außer Frage steht, dass die Stadt Amstetten auch in Zukunft im Auftrag des Verbandes die Müllsammlung selbst durchführen wird. An eine Fremdvergabe ist nicht gedacht. „Da geht es ja auch um Arbeitsplätze, die wir erhalten wollen und außerdem schreiben wir im Bereich Müllabfuhr derzeit schwarze Zahlen“, sagt Funke.

Die Stadt wird nun zwei neue Müllwagen für das neue Zwei-Tonnen-System ankaufen. Die Zeit drängt, weil es für die Lkw sieben bis acht Monate Lieferzeit gibt.

Im Jahr 2018 wird im Frühjahr auch die Sammlung von Kunststoffgebinden umgestellt. Da werden die bisherigen Behälter in den Sammelstellen durch gelbe Säcke in den Haushalten ersetzt. Wohnhausanlagen mit mehr als sechs Parteien werden auch weiterhin eine gemeinsame Tonne haben.

Über weitere Neuerungen lest Ihr in der aktuellen Ausgabe der Amstettner NÖN sowie im ePaper!

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