Erstellt am 29. April 2016, 05:14

von Hermann Knapp

NEF löst den NAW ab. Notarzt wird künftig nur noch mit Pkw zum Unfallort fahren und dort Patienten versorgen. Transport erfolgt dann mit Rettungsauto – wenn nötig in Begleitung des Mediziners.

»Wir sind gut auf die Umstellung vorbereitet«, sagt Rot-Kreuz-Geschäftsführer Andreas Teufel. Foto: privat  |  NOEN, privat

Am 2. Mai wird auch das Rote Kreuz Amstetten sein neues Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) in Betrieb nehmen. Die alten, klassischen Notarztwagen (NAW) haben damit ausgedient.

Umstellung auf Wunsch des Landes vorgenommen

Die Umstellung wird auf Wunsch des Landes vorgenommen. Der Unterschied: Bisher ist der Notarzt gleich mit zwei Notfallsanitätern im Notarztwagen zum Unfallort gefahren.

„Künftig kommen nun der Notarzt und nur noch ein Notfallsanitäter mit einem Pkw (eben dem NEF) zum Patienten. Der Notarzt versorgt ihn und wird dann je nach Zustand des Verletzten entscheiden, ob er ihn im Rettungswagen ins Krankenhaus begleitet oder mit dem NEF zurück zum Stützpunkt oder gegebenenfalls auch zum nächsten Einsatz fährt“, berichtet der Geschäftsführer des Roten Kreuzes Amstetten, Andreas Teufel.

Stärker als bisher in Notfallversorgung eingebunden

An der Qualität der medizinischen Versorgung von Unfallopfern wird sich nichts ändern. Der NEF verfügt über dieselbe Ausrüstung wie der bisherige NAW. Einziger Unterschied: Im NEF können keine Patienten transportiert werden. Alle medizinischen Geräte sind aber mobil und können bei Bedarf in einen Rettungswagen umgeladen werden.

Für das Rote Kreuz bedeutet die Umstellung, dass künftig der gesamte Rettungsdienst stärker als bisher in die Notfallversorgung eingebunden wird. „Das erfordert natürlich eine entsprechende Schulung der Mitarbeiter und die technische Umrüstung aller Rettungsfahrzeuge. Wir bereiten uns seit einem Jahr darauf vor und werden die Umstellung sicher ohne Probleme bewältigen“, ist Teufel zuversichtlich.

Der NEF wird auch künftig mit Notärzten aus dem Landesklinikum und mit ehrenamtlichen und hauptberuflichen Notfallsanitätern des Roten Kreuzes Amstetten besetzt sein. Die Stützpunkte Waidhofen an der Ybbs und Scheibbs haben übrigens bereits am 4. April vom Notarztwagen auf das Notarzteinsatzfahrzeug umgestellt.“


2017 alles neu

Da mit Ende 2016 die Verträge mit den Trägerorganisationen (Rotes Kreuz und Samariterbund) auslaufen, wird das Land die Notarztversorgung mit 1. Jänner 2017 neu ausschreiben.

NÖ wird dabei in acht sogenannte Lose eingeteilt. Die Bezirke Amstetten, Scheibbs und Waidhofen an der Ybbs werden das Los 1 sein. Es können sich natürlich auch die bisherigen Trägerorganisationen bewerben. Fix ist: Auch künftig muss der Notarzt innerhalb von 20 Minuten beim Patienten sein.