Amstetten

Erstellt am 29. Juli 2016, 05:57

von Hermann Knapp

Ettlinger: „Amstetten hat viel Entwicklungspotenzial“. Mit viel Tatendrang geht Citymanagerin Maria Ettlinger an die Aufgabe heran, für die gesamte Stadt eine neue Marketingstrategie zu entwickeln.

Maria Ettlinger und ihr Team suchen eine Vison für die Stadt Amstetten. Zugleich bittet die City-Managerin um Geduld: „Veränderungen gehen nicht von heute auf morgen.“ Foto: Hermann Knapp  |  Hermann Knapp

„Ich stamme aus Amstetten. Mir liegt viel daran und ich glaube, dass großes Entwicklungspotenzial da ist. Ich habe viele Ideen und will mit einem jungen Team frischen Wind in die Stadt bringen“, erklärt Maria Ettlinger, warum sie Amstettner City-Managerin werden wollte. Sie arbeitet ja schon seit 2014 bei der Amstetten Marketing GmbH, und als sich ihr die Chance bot, Geschäftsführerin zu werden, hat sie diese ergriffen.

CityClub-Ende: „Hoffe, dass etwas Neues entsteht“

Seit April ist sie offiziell im Amt, aber erst seit Juli Vollzeit. Zuvor hat sie nebenbei noch ihr Masterstudium an der Fachhochschule Kufstein (Sport- Kultur-, Veranstaltungsmanagement) abgeschlossen. Dass ihre Funktion im Grunde verlangt, die Quadratur des Kreises zu schaffen, ist Ettlinger bewusst. Immerhin gilt es, die unterschiedlichsten Interessen zu einer gemeinsamen Marketingstrategie zu verschmelzen.

Rund 120 Betriebe sind in der Innenstadt angesiedelt und natürlich sprechen sie nicht mit einer Stimme. Da gibt es zum einen die ureigensten Interessen jedes einzelnen Wirtschaftstreibenden und dann noch die Begehrlichkeiten und Wünsche der verschiedenen Innenstadtbereiche – Wiener Straße, Hauptplatz, Rathausstraße, CCA. Dass sich der CityClub aufgelöst hat, macht die Sache nicht einfacher.

„Ich finde es natürlich schade, dass es den Verein nicht mehr gibt, weil er ja doch die Interessensvertretung der Wirtschaftstreibenden im Zentrum war und auch ein Impulsgeber und Motor für die Innenstadt. Da fehlt jetzt natürlich etwas. Andererseits habe ich das Gefühl, dass es unter den Kaufleuten im Zentrum derzeit arbeitet und viele wollen, dass sich mehr tut. Ich hoffe, dass da etwas Neues entsteht.“

Für Ettlinger steht das verbindende Element in der Kaufmannschaft im Vordergrund: „Sie arbeiten ja oft gut zusammen, sonst wären Veranstaltungen wie die Einkaufsnacht überhaupt nicht möglich.“ Die City-Managerin hat sich vorgenommen, in den nächsten Wochen und Monaten ihren Kontakt mit den Geschäftsleuten zu intensivieren.

Gespräch mit den Kaufleuten suchen

Eine Möglichkeit dazu bietet natürlich das von den Innenstadtkaufleuten initiierte Unternehmerfrühstück an jedem ersten Dienstag im Monat. Zudem denkt Ettlinger über die Einführung eines Unternehmer-Jour fixe nach. „Und natürlich werde ich auch viel in der Stadt unterwegs sein und zu den Geschäftsleuten gehen, um zu hören, wo die Probleme liegen und was sie sich wünschen.“

Auch für Ettlinger ist klar, dass es zur Belebung der Innenstadt notwendig ist, mehr Frequenzbringer anzusiedeln, was aber natürlich nicht allein in der Hand der Stadt liegt. Da müssen auch die Hausbesitzer mitspielen. Die City-Managerin kann sich auch vorstellen, den Hauptplatz durch Gestaltungselemente aufzuwerten. „Allerdings dürfen wir dadurch nicht unsere Möglichkeiten zur Abhaltung von Großveranstaltungen, wie zum Beispiel der Einkaufsnacht, einschränken.“

In Sachen Leerflächenmanagement ist man beim Stadtmarketing derzeit dabei, ein Netzwerk mit den Immobilienmaklern aufzubauen. „Das ist das Ziel für 2016. Nächstes Jahr werden wir dann versuchen, erste Akzente zu setzen“, kündigt Ettlinger an.

Zum ersten Mal ist kürzlich die neue Zeitschrift der Amstetten Marketing GmbH erschienen. „Apropos Amstetten“ ist ein Hochglanzmagazin mit rund 45.000 Stück Auflage, das in der Stadt, im Bezirk und darüber hinaus auch in den Nachbarbezirken und im nahen Oberösterreich verteilt wird. „Wir haben sehr auf Qualität geschaut, sowohl was die Aufmachung als auch den Inhalt betrifft“, sagt Ettlinger.

Es gehe vor allem darum, die positiven Aspekte Amstettens aufzuzeigen, aber auch Geschichten zu erzählen – zum Beispiel von Amstettnern, die ausgezogen sind, die Welt zu erobern, und das auf ihre Art und Weise auch geschafft haben. „Die Resonanz auf die Zeitschrift ist bisher sehr gut“, freut sich Ettlinger.

Derzeit ist man beim Stadtmarketing mit der Vorbereitung der weiteren Veranstaltungen beschäftigt. Der Stadtflohmarkt wurde von Anfang September auf Mitte August vorverlegt. „Der Wunsch kam von den Kaufleuten selbst, weil sie sagen, dass der Ausverkauf ja schon früher beginnt. Elf Innenstadtbetriebe haben sich bereits angemeldet “, berichtet Ettlinger.

„Wir suchen eine Vision, die viel positive Aspekte der Stadt umfasst.“

City-Mangerin Maria Ettlinger bittet die Amstettner um ihre Ideen

Für das Wochenende vor Schulbeginn ist auch schon eine neue Attraktion gefunden. Von 11 bis 22 Uhr wird die Wiener Straße am Samstag, 3. September, zum Street-Food-Market (Speisen, die auf der Straße zubereitet, verkauft und auch gegessen werden).

An vielen Ständen wird es die unterschiedlichsten Delikatessen aus aller Herren Länder zu kosten geben. „Bei der Vorbesprechung waren 13 regionale Gastronomen dabei, die sich beteiligen wollen. Wir hoffen, dass sich noch weitere regionale Betriebe melden. Für alles, was wir nicht selbst aufbieten können, werden wir externe Aussteller anfragen.“

Ein sehr wichtiger Punkt, der Ettlinger derzeit beschäftigt, ist eine Neu-Positionierung der gesamten Stadt, denn natürlich sollen auch die Ortsteile Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth und Mauer in die Marketingstrategie eingebunden und dort Akzente gesetzt werden – wie zum Beispiel die Stille Weihnacht im Schloss Ulmerfeld.

Derzeit läuft ja eine Umfrage, in der die Bürger aufgefordert werden, möglichst in einem Begriff zusammenzufassen, wofür Amstetten derzeit steht und wofür es 2030 stehen soll. „Wir suchen eine Vision, die viele positive Aspekte der Stadt umfasst“, sagt Ettlinger.

Bei allem Elan, mit dem sie ihre Aufgaben angeht, bittet sie Amstettner und Amstettnerinnen doch auch um Geduld: „Veränderungen gehen nicht von heute auf morgen. Es dauert, bis Visionen greifen. Aber wenn wir alle am selben Strang ziehen, dann geht es bestimmt in eine gute Richtung!“

Zur Person

Maria Ettlinger (25) ist in Amstetten geboren und wohnt in Allersdorf.

  • Freizeitbeschäftigung: Beachvolleyball und Badminton (Mitglied im Verein ATUS Amstetten Sektion Badminton und Beachvolleyballverein Zeillern)
  • Mitglied bei den Marketing Natives (marketingnatives.at)
  • Maria ist ein Fan von: Ellen DeGeneres und Ylvis

Schulischer Werdegang

  • PVS und PHS Amstetten
  • HLW Amstetten (Kulturtouristik und Projektmanagement)
  • FH Krems (Bachelorstudiengang Tourismusmanagement und Freizeitwirtschaft, berufsbegleitend)
  • FH Kufstein (Masterstudiengang Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement, berufsbegleitend)