Erstellt am 08. Dezember 2015, 06:58

von Hermann Knapp

Engpass im Spital. Weil Arzt erkrankte, drohte kurzfristig Sperre. Akute Fälle wären im Spital aber natürlich dennoch behandelt worden.

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Am Mittwochabend der Vorwoche erreichte ein ungewöhnliches Mail der Landeskliniken-Holding die Rot-Kreuz-Stellen im Bezirk Amstetten und auch in Melk. Weil ein Arzt erkrankt sei, müsse die Notaufnahme im Landesklinikum Amstetten bis Donnerstagfrüh gesperrt werden, hieß es darin.

Für Andreas Teufel, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Amstetten, ist so eine Mitteilung ein Novum. „Für uns hieß das konkret, dass wir akute Fälle zwar trotzdem nach Amstetten bringen konnten, alle anderen aber in Krankenhäuser der Umgebung. Das hat es bisher noch nicht gegeben und natürlich stellt sich uns die Frage, ob das nun öfter vorkommen kann und ob wir uns darauf einstellen müssen. Wenn wir künftig weitere Strecken zurücklegen müssen, hat das ja natürlich auch Auswirkungen auf unsere Planungen.“

"Auf arbeitszeitrechtliche Vorgaben Rücksicht nehmen"

Die NÖN stellte der Landeskliniken-Holding die Frage, ob das Problem vielleicht mit zunehmendem Ärztemangel zu tun habe.

In der Stellungnahme zum Vorfall wird darauf aber nicht eingegangen. „Bei einem plötzlich auftretenden Krankenstand wird schnellstmöglich versucht, einen geeigneten Mitarbeiter für die Besetzung des jeweiligen Arbeitsplatzes zu aktivieren. Dabei ist auf die arbeitszeitrechtlichen Vorgaben Rücksicht zu nehmen. Das kann dazu führen, dass, bis zur Nominierung einer Vertretung, die Blaulichtorganisationen darüber in Kenntnis gesetzt werden – was im vorliegenden Fall gemacht wurde“, heißt es lapidar. Im Übrigen sei die Meldung noch vor ihrem Inkrafttreten wieder zurückgezogen worden, weil man dann doch noch rechtzeitig Ersatz für den erkrankten Arzt gefunden habe.

Grundsätzlich, so die Holding weiter, würden sämtliche akut auftretenden, krankenhauspflichtigen Fälle in solch einer Situation natürlich in den jeweiligen fachspezifischen Ambulanzen versorgt.