Erstellt am 05. April 2016, 05:14

von Hermann Knapp

„Nur“ 66,7 Prozent für Bezirksstellenleiterin. Beatrix Lehner stellte sich zum ersten Mal dem Votum der freiwilligen Mitarbeiter. Zwei Drittel vertrauen ihr. Ein Drittel ist offenbar skeptisch.

Beatrix Lehner wurde von den freiwilligen Mitarbeitern für die nächsten fünf Jahre zur Bezirksstellenleiterin des Roten Kreuzes Amstetten gewählt. Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv
Beatrix Lehner, die nach dem Abgang von Hans Heinz Lenze Ende 2014, schon ein Jahr lang interimistisch die Leitung der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Amstetten innehatte, stellte sich in der Vorwoche erstmals dem Votum der 247 wahlberechtigten ehrenamtlichen Mitarbeiter. Anwesend waren davon zwar nur 84, das waren aber deutlich mehr als bei Wahlen in früheren Jahren.

Das Ergebnis zeigt, dass es Lehner gegenüber offensichtlich eine gewisse Skepsis in den Reihen der Freiwilligen gibt. Denn im Gegensatz zu allen anderen Vorstandsmitgliedern die zwischen 97 und 100 Prozent der Stimmen erhielten, kam sie nur auf 66,7 Prozent Zustimmung.

„Das ist ein demokratisches Ergebnis“

Die neu gewählte Bezirksstellenleiterin selbst lässt sich vom Umstand, dass ein Drittel der Wahlberechtigten ihr nicht die Stimme gab, nicht irritieren: „Für mich ist das absolut in Ordnung. Ich bin das erste Mal angetreten und das ist ein demokratisches Ergebnis. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass viele freiwillige Mitarbeiter ihr Wahlrecht wahrgenommen haben.“

Man dürfe, so Lehner, die Wahl auch nicht auf ihre Person alleine beschränken. Es sei von den Mitarbeitern ja der Wahlvorschlag mit Bezirksstellenleitung und Bezirksstellenausschuss insgesamt angenommen worden. „Und da haben wir ein sehr schönes Ergebnis erreicht.“

Als Bezirksstellenleiterin ist es Lehner wichtig, dass das gesamte Team „zum Wohl der Bevölkerung arbeitet und in eine Richtung geht.“ Der Bezirksstellenleiter sei der Repräsentant in der Öffentlichkeit und gebe die allgemeine Linie vor. Das operative Geschäft liege natürlich in der Kompetenz des beruflichen Geschäftsführers Andreas Teufel.

Finanziell steht das Rote Kreuz in Amstetten übrigens auf soliden Beinen. Größere Investitionen in die Infrastruktur stehen nicht an. Das Haus ist gut in Schuss.



Lehners Stellvertreter Klaus Hubegger wurde mit 97,6 Prozent wiedergewählt. Aus seiner Sicht sollte man Lehners Wahlergebnis nicht überbewerten. „Das ist Demokratie. Man braucht das nicht weiter zu kommentieren. Ich bin mir sicher, dass Frau Lehner eine sehr kompetente Bezirksstellenleiterin sein wird.“

Dass die Amstettner Rot-Kreuz-Mitarbeiter durchaus ein streitbares Völkchen sind, das Unmut klar zum Ausdruck bringt, hat sich schon in früheren Jahren gezeigt.

Auch Lehners Vorgänger als Bezirksstellenleiter Hans Heinz Lenze hatte anfangs mit Kritikern zu kämpfen. Bei seiner ersten Wahl im Jahr 1996 bat er sich ob vieler Gegenstimmen sogar Bedenkzeit aus, ob er das Amt annehmen wolle. Auch bei seinem zweiten Antreten 2001 kam er nur auf matte 65 Prozent Zustimmung, allerdings war die Mitarbeiter-Struktur damals noch eine andere.

Vielleicht wird die Position des Bezirksstellenleiters aber auch insgesamt einfach schwieriger. In Ybbs wurde ja zum Beispiel Werner Hoffer Anfang März abgewählt.


Die neue Leitung

Bezirksstellenleiterin: Beatrix Lehner
Stellvertreter: Klaus Hubegger
Kassierin: Waltraud Hochstöger
Stellverteter: Mario Stixenberger
Schriftführer: Stefan Seibezeder
Stellvertreterin: Cornelia Gilber
Rechnungsprüfer: Stephan Maurer und Maria Lehner
Jugendrotkreuzleiter: Josef Kromoser

Vertreter der ausübenden Mitglieder:

Damen: Angelika Seibezeder (setzte sich bei der Wahl gegen Cornelia Gilber durch)
Herren: Bernd Farka

In der Bezirkstellenleitung sind auch Bürgermeister vertreten: Johann Bachinger, Gottfried Eidler, Michael Hülmbauer, Gernot Lechner, Friedrich Pallinger, Johannes Pressl, Ursula Puchebner, Johann Weingartner und Franz Zehethofer.

Weitere Ausschussmitglieder: Reinhard Aigner, Martina Gerersdorfer, Bruno Hersche, Ferdinand Humpl, Christian Meznik und Klaus Stadlbauer.