Erstellt am 13. November 2015, 04:33

von Doris Schleifer-Höderl

Nuriye Ipek: Essen bringt Kulturen zusammen. Nuriye Ipek aus Öhling ist überzeugt, dass Essen Kulturen verbindet und hält daher orientalische Kochkurse an der Volkshochschule Amstetten ab.

Nuriye Ipek kocht seit ihrem achten Lebensjahr und möchte ihr Wissen nun in Volkshochschulkursen weitergeben. »Die orientalische Küche ist bekannt für ihre Düfte und Aromen und daher sehr beliebt!« Foto: Ipek  |  NOEN, Ipek
„Ich koche für mein Leben gerne“, erklärt Nuriye Ipek gegenüber der NÖN. „Und das seit meinem achten Lebensjahr. Denn meine Eltern waren beide berufstätig und so hat mir Mama schon früh gezeigt, wie man kocht. Nach der Schule haben meine Brüder immer die Wohnung aufgeräumt und ich habe dann gekocht.“

„Den Mostviertler Dialekt hatten wir bald drauf!“

Dieses Faible ist Nuriye Ipek bis heute geblieben. Gemeinsam mit ihrem Mann Orhan und ihren beiden Töchtern wohnt sie in Öhling. Sie war fünf Jahre alt, als sie nach Österreich kam.

„Wir stammen aus der Stadt Izmit und mein Vater holte unsere Familie dann von der Türkei nach Rosenau. Sieben Jahre zuvor hatte er dort Arbeit gefunden“, erzählt die gebürtige Türkin. „Das war eine echt tolle Kindheit. Wir haben bei einem Bauern gewohnt und sind mit dessen Kindern aufgewachsen. Den Mostviertler Dialekt hatten wir bald drauf!“

Gerne schwingt Nuriye Ipek den Kochlöffel für Freunde, Bekannte und Nachbarn. Beim Durchblättern des Volkshochschulprogramms entdeckte sie diverse Kochkurse. „Da dachte ich mir, warum nicht auch mal einen orientalischen Kochkurs abhalten? Vor allem kennen viele die Speisen aus dem Urlaub und würden vielleicht gerne Gerichte nachkochen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass man über das Essen Vorurteile abbauen kann.“

„Gemeinsam kochen und backen“

Linsen, Kichererbsen, Bulgur, Couscous, Joghurt und Minze gehören zu den typischen Zutaten, die in der orientalischen Küche verwendet werden. Sie werden mit duftenden Gewürzen und Kräutern kombiniert, sodass jedes Gericht aromatisch schmeckt.

„Gemeinsam kochen und backen wir mit originalen Zutaten verschiedene Suppen, Vor-, Haupt- und Süßspeisen. Zudem gibt es Informationen über die verschiedenen Zutaten und Gewürze für´s Nachkochen daheim, aber auch Rezepte. Unsere Gerichte sind nicht schwer zuzubereiten. Vor allem sind es die Düfte und Aromen, die unsere Küche so einzigartig machen“, erklärt die Köchin. Im Hause Ipek wird daher überwiegend türkisch gekocht, weil Gatte Orhan und die Töchter die orientalische Küche so lieben.

Nuriye Ipek ist österreichische Staatsbürgerin und trägt seit der Geburt ihrer zweiten Tochter vor neun Jahren aus Überzeugung Kopftuch. „Ich habe damals meinen Mann gefragt, was er dazu sagt. Er meinte nur, du musst es tragen und dich wohlfühlen. Und das tue ich auch.“

Negativ angesprochen wurde die 40-Jährige, die sich etwa beim Mulitkultistammtisch des Vereins SüdFilmFest sowie beim türkischen Kulturverein ATIB einbringt und als Putzhilfskraft arbeitet, darauf noch nie.

Mit ihren orientalischen Kochkursen möchte sie zu einem Miteinander der Kulturen beitragen. „Wir leben heute in angespannten Zeiten und ich denke, es ist wichtiger denn je, aufeinander zuzugehen, um Gemeinsames zu entdecken. Kochen eignet sich perfekt dazu!“