Erstellt am 23. März 2016, 18:04

von APA/Red

ÖVP stellte Ideen für die Wirtschaft vor - SPÖ kontert. Die ÖVP hat vor der Gemeinderatswahl in St. Pölten am 17. April ihre Forderungen im Bereich Wirtschaft präsentiert. Die SPÖ kontert: "Die ÖVP hat in Wirtschaftsprogramm nichts neues zu bieten und ist leider viel zu spät dran.“

1992 wurden die Spaten gesetzt, fünf Jahre später konnten die Beamten der Landesregierung übersiedeln. 1997 wurden Klangturm, Festspielhaus und die Shedhalle als Vorreiter des Landesmuseums in Betrieb genommen.  |  NOEN, Archiv
"St. Pölten hat irrsinniges Potenzial durch seine Lage, Verkehrsanbindung und Flächengröße. Dieses Potenzial wird nicht ausreichend genützt", sagte VP-Kandidat Mario Burger, Gemeinderat und Obmann des Wirtschaftsbundes in der Landeshauptstadt, in einer Pressekonferenz am Dienstag.

Beim heftig diskutierten Thema Domplatz setzt sich Burger für einen "multifunktionalen Platz mit Wochenmarkt und Parkplätzen" ein. Der 40-Jährige wies auf die Bedeutung von Autoabstellflächen hin, um Kunden ins Zentrum zu bringen. "Die Kaufleute in der Innenstadt kämpfen mit Umsatzrückgängen", so Burger. Der Filialisierungsgrad im Zentrum sei auf 52 Prozent gestiegen, die Zahl der alteingesessenen Kaufleute sinke. "Es ist wichtig, dass die Innenstadt als Wirtschaftsstandort höchste Priorität genießt", betonte der ÖVP-Spitzenkandidat, Vizebürgermeister Matthias Adl.

"Suboptimales" Image

"Die Tourismusangebote in St. Pölten sind entweder unattraktiv oder schlecht vermarktet", forderte Burger eine "Markenpositionierung". Das "suboptimale" Image St. Pöltens bei Touristen müsse korrigiert werden. 140.700 Nächtigungen im Vorjahr (minus 0,2 Prozent gegenüber 2014) seien einer Landeshauptstadt "unwürdig". Außerdem setzt sich Burger für ein modernes, zeitgemäßes Veranstaltungs- und Kongresszentrum ein, das Infrastruktur für 1.000 bis 1.500 Personen bietet. Das bestehende VAZ "ist in die Jahre gekommen", sagte der VP-Kandidat.

Kritik übte Burger an "Planungsfehlern", durch die ein "Fleckerlteppich" bei den Unternehmensansiedelungen mit 23 - teilweise kleinflächigen - Betriebsgebieten in St. Pölten entstanden sei. Damit vor allem Hochschulabsolventen in der Region bleiben, regte er an, mehr Firmen aus dem Bereich Technologie und Forschung anzusiedeln und Neugründungen zu erleichtern. Grundstücksreserven gäbe es genug: 180 Hektar an gewidmetem Betriebsbauland stehen laut Burger zur Verfügung. Um neue Firmen nach St. Pölten zu bringen, setzt er sich dafür ein, dass die städtische Wirtschafts-Servicestelle ecopoint eine Übersicht über freie Betriebsflächen online stellt.

SPÖ: "Alte Hüte statt innovativer Konzepte"

SP-Vizebürgermeister Franz Gunacker kontert: „Nicht  einmal vier Wochen vor der Gemeinderatswahl langsam munter zu werden in Sachen St. Pöltner Wirtschaftsstandort ist eindeutig zu wenig." Die Betriebsgebiete in St. Pölten würden genau dem Bedarf der Unternehmen entsprechen, so Gunacker. Sowohl der direkte Anschluss an die A1 im Süden als auch der direkte Bahnanschluss im Norden seien entscheidende Standortfaktoren für die St. Pöltner Leitbetriebe.

Programm und Ideen seien nicht neu

Die zentrale Forderung der ÖVP nach einem neuen Kongresszentrum sei bereits seit langem im "Masterplan 2020" verankert, der von Bürgermeister Matthias Stadler initiiert wurde. Man begrüße daher jede Initiative zu einem neuen und größeren Veranstaltungszentrum oder Kongresszentrum: "Die ÖVP St. Pölten könnte für eine Umsetzung schnurstracks zu ihren Parteikollegen im Land pilgern und dort ihre Forderung platzieren, wo sie zuletzt gescheitert ist."