Wallsee-Sindelburg

Erstellt am 26. Juli 2016, 03:07

von Hermann Knapp

Wallsee auf 300 Seiten. Die Arbeit an der Ortschronik nähert sich mit Riesenschritten ihrem Ende. Das Buch wird die Geschichte der Gemeinde erzählen, aber auch etliche Geschichten über die Bewohner.

Freuen sich schon auf die Ortschronik von Wallsee: Vizebürgermeisterin Sissy Mayr, Gestalter Gerhard Proksch und Bürgermeister Johann Bachinger. Viele alte Dokumente wurden darin verarbeitet. Foto: Heribert Hudler  |  NOEN, Heribert Hudler

Nach drei Jahren intensiver Arbeit nimmt die Ortschronik von Wallsee-Sindelburg konkrete Formen an. „Noch warten wir zwar auf einige Artikel von Autoren, aber ich bin zuversichtlich, dass wir alle Beiträge rechtzeitig erhalten werden. Ab August wollen wir uns dann der grafischen Gestaltung widmen“, sagt Gerhard Proksch von der „media und kulturwerkstatt randlos“, deren Unterstützung für das Projekt sich die Gemeinde geholt hat.

Buch soll lesbar und auch leistbar werden

Begonnen hat alles mit einer intensiven Materialsuche. Gemeindebürger wurden aufgefordert, Fotos und historische Dokumente beizusteuern. Anfangs war der Rückfluss etwas schleppend, aber dann kam immer mehr und inzwischen braucht das Bildmaterial bereits fünf Gigabyte Speicherplatz. Damit könnte man wohl schon mehr als nur eine einzige Chronik füllen. Leider ist der Platz beschränkt, denn das Buch soll ja lesbar und auch leistbar werden.

Auf maximal 300 Seiten will man daher die Geschichte Wallsees von ihren Anfängen bis zur Jetztzeit darstellen. „Wir haben Fachleute als Autoren gewonnen, wie etwa den bekannten Archäologen Hansjörg Ubel, aber auch Bürger von Wallsee, wie etwa Harald Lehenbauer, der die Geschichte der Gemeinde sehr professionell und interessant aufgearbeitet hat“, berichtet Proksch.

Buch für die Gemeinde und für die Touristen

Federführend bei diesem Projekt von Anfang an mit dabei war auch Vizebürgermeisterin Sissy Mayr. Sie erklärt die Ausrichtung der Wallseer Ortschronik. „Wir wollen ein Buch, das nicht nur für die Gemeinde und ihre Bürger, sondern auch für die Touristen interessant ist. Wir werden 1.000 Stück drucken lassen und hoffen, dass wir sie innerhalb von drei Jahren an den Mann und an die Frau bringen.“

Die Chronik enthält nicht nur Fakten, sondern auch allerlei Geschichten und Anekdoten und natürlich sehr viele Bilder. Für manche sensible Zeitabschnitte, ist es nicht gelungen, Autoren zu gewinnen – etwa für die Jahre des Nationalsozialismus in Wallsee, aber auch die Phase der Gemeindezusammenlegung (Sindelburg und Wallsee im Jahr 1971).

„Wir haben uns daher entschlossen diese Zeitabschnitte einfach nur mit Fotos zu dokumentieren. Bilder sagen manchmal ja auch mehr als Worte. Zudem geht es bei der Chronik ja nicht darum zu werten oder alte Wunden aufzureißen, sondern einfach nur darzustellen, was damals war“, sagt Proksch. Für ihn ist immer wieder interessant zu beobachten, wie derartige Ortschronik-Projekte Fahrt aufnehmen. Beim ersten Treffen sei auch in Wallsee die Begeisterung der Mitglieder der Arbeitsgruppe noch gedämpft gewesen, doch „innerhalb kürzester Zeit war ein großer Enthusiasmus dafür spürbar.“

Ein Kapitel in der Wallseer Ortschronik wird sich übrigens auch dem Schloss Wallsee widmen. Der ehemalige Schloss-Förster Franz Scheibreiter hat es möglich gemacht, das im Haus fotografiert werden durfte – etwa in der Kapelle.