Erstellt am 30. Januar 2016, 04:33

von Daniela Führer

Ortschef Hülmbauer: „Anfangs unterschätzt“. Nach einem Jahr im Amt als Bürgermeister von Ferschnitz zieht Michael Hülmbauer (VP) Bilanz und blickt in die Zukunft der Gemeinde, die bald 2.000-Einwohner-Marke erreicht.

VP-Bürgermeister Michael Hülmbauer wünscht sich noch mehr Betriebe für die Marktgemeinde. »In diese Richtung müssen wir noch etwas machen«, ist er überzeugt. Foto: Daniela Schlemmer  |  NOEN, Daniela Schlemmer

NÖN: Wie lautet Ihre Bilanz nach etwas über einem Jahr im Amt als Ferschnitzer Bürgermeister?
Michael Hülmbauer: Es ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Job. Aber ich muss auch ehrlich sagen, die ersten drei, vier Monate hab‘ ich die Intensität der Arbeit schon unterschätzt. Es war anfangs ziemlich hektisch mit den vielen Baustellen und Feierlichkeiten. Aber mittlerweile habe ich mich in den Job eingefunden. Und mit meinem Team am Gemeindeamt habe ich eine extrem starke Unterstützung, und auch mein Vizebürgermeister ist immer da, wenn man ihn braucht. Das haut schon hin. Auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat funktioniert parteiübergreifend sehr gut.

Wie soll sich die Gemeinde Ferschnitz Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln?
Wir sind durch die Lage eine typische Wohngemeinde, weil wir relativ ruhig liegen und doch alles in der Umgebung haben, was man braucht. Aber mir wäre es recht, wenn wir noch den ein oder anderen Betrieb nach Ferschnitz bekommen. Wir haben ja noch Betriebsgründe in Edla. In diese Richtung müssen wir schon noch etwas machen. Auch die Ortskernbelebung ist ein großes Thema, da sind wir auch dran.

Es gibt in Ferschnitz einen gewaltigen Zuzug in den letzten Jahren. Reicht dafür die örtliche Infrastruktur eigentlich noch aus?
Ja, die Infrastruktur ist noch ausreichend, nur mit dem Wasser müssen wir jetzt etwas machen. Für die Sicherung der Wasserversorgung steht uns heuer in Kooperation mit der Gemeinde St. Georgen/Ybbsfelde auch ein Megaprojekt ins Haus. Wir haben zum Glück auch noch Baugründe, denn die Nachfrage ist nach wie vor stark. In Widen, am Südhang/Sonnenhang und vereinzelt im übrigen Gemeindegebiet sind noch einige Gründe verfügbar. Also bis zur 2.000-Einwohner-Grenze werden wir es die nächsten Jahre schaffen. Aktuell haben wir etwas über 1.700 Einwohner mit Hauptwohnsitz und mit den Nebenwohnsitzern sind es ungefähr 1.850. Wir haben uns das auch schon genauer angeschaut: Vor allem sind es viele Amstettner, die zu uns ziehen.

Welche Projekte stehen in den nächsten Jahren an?
Die Wasserversorgung, die Kindergartenfertigstellung und – das ist auch noch ein halbwegs großes Projekt – die Musikheimgeneralsanierung ab April. Natürlich werden wir auch das alte Feuerwehrhaus mittelfristig renovieren müssen. Auch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED geht heuer los. Dann tut sich natürlich einiges im Straßenbau und auch beim Thema Breitband sind wir dran. Man muss die Leute überzeugen, dass der Breitbandausbau wichtig ist, sonst bleiben uns die Unternehmen nicht in der Gemeinde, gar nicht davon zu sprechen, dass neue Betriebe kommen. Wir führen da gerade Gespräche, um Lösungen zu finden.

Drei Flüchtlinge leben nun in Ferschnitz. Wie funktioniert das und können Sie sich vorstellen, noch weitere aufzunehmen?
Das Zusammenleben funktioniert mit unserer Familie, die ja auch schon Asylstatus hat, sehr gut. Ja, ich kann mir vorstellen, noch ein paar aufzunehmen. Ich suche auch noch immer Wohnungen, zumindest einmal für eine weitere Familie. Der Umgang mit Flüchtlingen ist sicher eine große Herausforderung und die Situation mit den Kriegsflüchtlingen ist mir persönlich auch ganz schön nahe gegangen im Vorjahr. Ich denke, man sollte kleinere Gruppen auf die Gemeinden verteilen. Das unterstützen wir.