Erstellt am 14. Juni 2016, 04:05

von Daniela Führer

Ortsentwicklung Ferschnitz: „Werde viel zuhören“. Über 50 Ferschnitzer kamen zum Impulsabend zum Thema Ortsentwicklung. Auch Fragebögen wurden an Bürger verteilt.

Über 50 Gemeindebürger kamen am Donnerstagabend ins Gasthaus Affengruber und verfolgten die Vorträge dreier Experten, die in ihren Gemeinden bereits Ortsentwicklungsprojekte durchgeführt haben oder mitten in der Planung stehen. Foto: Daniela Schlemmer  |  NOEN, Daniela Schlemmer
„Jetzt heißt es kreativ sein. Scheut euch nicht, wir brauchen Ideen en masse.“ Mit diesen Worten schloss Bürgermeister Michael Hülmbauer den Impulsabend am Donnerstag im Gasthaus Affengruber.

Viel zuhören: „Werde Ideen-Büro einrichten“

Über 50 Ferschnitzer folgten der Einladung der Gemeinde und Architekturstudentin Andrea Hilmbauer zu einem ersten Austausch über das Thema Ortsentwicklung, das mit dem Kauf des Perneder-Hauses durch die Gemeinde hoch im Kurs steht.

Heuer wird Andrea Hilmbauer aus Ideen der Bevölkerung über die Zukunft des Perneder-Hauses ein Konzept und einen Plan erstellen. 2017 könnte schon die Umsetzung beginnen. „Laufend werdet ihr auch über meine Zwischenergebnisse in der Gemeindezeitung lesen können“, berichtet die Studentin.

„Ich werde auch direkt im Perneder-Haus arbeiten und ein Ideen-Büro einrichten. Ihr könnt mit euren Wünschen und Beschwerden gerne zu mir kommen. In den nächsten Monaten werde ich vor allem eines tun: viel zuhören“, lädt die 30-Jährige zum Austausch ein. Die Öffnungszeiten ihres Ideen-Büros wird sie im Schaufenster des Perneder-Hauses aushängen.

Drei Experten erzählten von Ortsprojekten

Beim Impulsabend wurden auch Fragebögen mit dem Titel „Ferschnitz 2030“ verteilt. Diese gibt es auch am Gemeindeamt und bis 8. Juli können die Gemeindebürger darin ihre Ideen und Wünsche zur Attraktivierung des Ortes äußern.

Was alles in diesem Bereich möglich ist, zeigten beim Impulsabend drei Politiker aus der Region auf, die bereits ähnliche Entwicklungsprojekte hinter sich haben oder mitten im Planungsprozess stehen.

Landtagsabgeordnete Ulrike Böker, Bürgermeisterin außer Dienst von Ottensheim, OÖ, berichtete von vielen Projekten in ihrer 5.000-Seelen-Heimatgemeinde. Beispielsweise stand in Ottensheim ein ähnliches Gebäude wie das Perneder-Haus leer. Darin etablierte sich ein Geschäft mit Produkten lokaler Erzeuger.

Karl Huber, Ernsthofens Bürgermeister, gewann mit seiner Gemeinde den Baukulturpreis für deren Entwicklung. Über viele Jahre erstreckt sich in Ernsthofen bereits ein Dorferneuerungsentwicklungsprozess. Ein betreubares Wohnen, ein neues Schul- und Veranstaltungszentrum oder die Neugestaltung des Dorfplatzes waren nur einige Projekte daraus.

Beeindruckt hat auch Reinsbergs Bürgermeister Franz Faschingleitner mit einem Konzept für die Neugestaltung des Zentrums in seiner Gemeinde und den steinigen Weg dahin. Das Reinsberg-Projekt steht kurz vor der Ausschreibung. Bereits jetzt verbucht die Gemeinde einen regen Zuzug, über ein Bürgerbeteiligungsmodell habe sich auch ein sehr positiver Spirit verbreitet, beschrieb er.