Euratsfeld

Erstellt am 17. August 2016, 04:45

von Claudia Stöcklöcker

62-jähriger Despot bedrohte Lebensgefährtin. Mit Erschlagen soll Pensionist gedroht haben. „Stimmt nicht! Blas dir den Schädel weg, hab’ ich gesagt“, wettert er vor Richter.

Symbolfoto: dpa/Maurizio Gambarini/Wodiczka  |  NOEN, dpa/Maurizio Gambarini

„Ich bin nur der Deppate, ich darf nur zahlen“, wettert ein 62-Jähriger im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Dass er seine Lebensgefährtin mit dem Umbringen bedroht hat, gibt er nicht zu.

„Ich erschlage dich. Und dann sage ich, dass ich in einer Gemütsbewegung war. Dann bekomm ich nur ein paar Jahre dafür“, soll der Pensionist aus dem Bezirk zu seiner Lebensgefährtin gesagt haben.

Richter machte kurzen Prozess

„Stimmt nicht. ,I blas dir mit der Winchester eine in den Schädl und du bist weg!‘, hab ich gesagt. Das ist etwas Anderes. Es ist ein Unterschied, ob ich sie erschlag oder wegblas. Und ich hab’ mich auch sofort dafür bei ihr entschuldigt“, erklärt er nun vorm Richter.

Und sagt weiters: „Aus Mitleid hab’ ich sie aufgenommen, hab’ ihr mein Haus geschenkt, unter der Bedingung, dass sie für mich sorgt, wenn ich alt bin. Und dann war sie weg, hat gesagt, dass sie Auszeit braucht. Seit sieben Wochen kann ich jetzt selber staubsaugen und den Rasen mähen. Das seh ich nicht ein!“

Angst habe das Opfer vor dem Despoten. „Er ist so brutal geworden. Ich trau mich nicht mehr heim“, erklärt die 54-Jährige. Das letzte Wort des Angeklagten: „Die lügt ja permanent.“

Der Richter macht kurzen Prozess. Er verhängt über den bislang Unbescholtenen wegen gefährlicher Drohung drei Monate auf Bewährung (nicht rechtskräftig).

„Ob Erschlagen oder Wegblasen, es macht keinen Unterschied. Der Angeklagte hat mit einer Körperverletzung gedroht, somit ist der Tatbestand erfüllt“, begründet er das Urteil.