Erstellt am 16. September 2015, 14:58

Panikmache in Sachen Flüchtlingsquartiere. Gerüchte über 150 geplante Container am Gelände der Bundesforste in Amstetten entbehren jeder Grundlage. Es werden dort, wie geplant, maximal 60 Asylwerber untergebracht.

NOEN

Unnötig und auch unverantwortlich werden im Internet derzeit Ängste bezüglich der geplanten Aufnahme von Flüchtlingen in Amstetten - vor allem im Ortsteil Waldheim - geschürt. Unter anderem ist da auch von einer geheimen Begehung auf dem Gelände der Bundesforste die Rede, und von fertigen Plänen, dort 150 Container zu errichten.

Die tatsächlichen Fakten, wie sie sich im Augenblick darstellen, sind folgende: Es gab tatsächlich am Dienstag eine Begehung des Geländes der Bundesforste. Das hatte allerdings nichts mit dem geplanten Flüchtlingslager zu tun.

Flächen wurden gezeigt

Laut Auskunft der Bundesforste hat man Vertretern eines inländischen Unternehmens Flächen gezeigt, weil dieses Interesse bekundet hat, einen Teil des großen Areals für seine Zwecke zu pachten.  

Genau aus diesem Grund wurde auch bisher noch kein Vertrag zwischen den Bundesforsten und der Firma SLC Europe geschlossen, die die Container für die Flüchtlinge aufstellen und auch deren Betreuung übernehmen wird. „Uns wurde von den Bundesforsten mitgeteilt, dass man zuerst die Verhandlungen mit dem Interessenten abwarten will, denn das Flüchtlingslager soll natürlich anderweitigen Verwendungszwecken das Areals nicht im Weg sein“, sagt SLC-Sprecher, Christian Kogler.

2.000 Quadratmeter werden angemietet

Nach der Begehung und den Gesprächen am Dienstag dürfte diese Frage nun aber geklärt sein. Laut Bundesforste wird es daher in den nächsten Tagen zur Vertragsunterzeichnung mit der Firma SLC Europe kommen. Insgesamt wird diese bei Waldheim 2.000 Quadratmeter anmieten – nicht mehr. „Das ist genau die Fläche, die wir für die Unterbringung von 60 Asylwerbern benötigen.

Wir werden dazu 40 Container aufstellen, 30 Wohncontainer, drei WC-Container und einige Gemeinschaftscontainer. Ein Wohncontainer bietet etwa 15 Quadratmeter Wohnfläche und ist für zwei Personen gedacht“, sagt Kogler. Es lassen sich aber auch zwei Container zu einem Doppelcontainer  verbinden (rund 30 Quadratmeter Wohnfläche), der dann einer vierköpfigen Familie Platz bieten soll.

Das Grundstück wird auf drei Jahre gepachtet

Große Investitionen in die Infrastruktur sollen nicht nötig sein (vor allem werden bestimmt keine eigenen Trafostationen benötigt, wie gerüchteweise auch verbreitet wird). Da die Container mit Strom beheizt werden, benötigen sie zwar im Winter viel Energie, aber da die Bundesforste in dem Bereich ja ein Sägewerk betrieben haben, dürften die dort noch vorhandenen Leitungen problemlos zur Versorgung ausreichen.