Erstellt am 26. April 2016, 04:24

von Hermann Knapp

Gratisstunde Parken im Gespräch. Zumindest für die beschrankten Anlagen im Amstettner Zentrum könnte bald eine derartige Regelung kommen.

Bürgermeisterin Ursula Puchebner und Vizebürgermeister Michael Wiesner präsentieren die Vorschläge der SPÖ in Sachen Gratis-Parken im Amstettner Zentrum. Foto: SPÖ  |  NOEN, SPÖ
Die SPÖ prescht nun mit einem Vorschlag zur Neugestaltung der Parkgebühren im Zentrum vor. „Wir haben uns mit der Thematik intensiv auseinandergesetzt, weil das ja nicht nur erhebliche Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt haben, sondern auch zu einer Änderung des Parkverhaltens führen wird“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

„Wäre praktisch nicht kontrollierbar“

Vizebürgermeister Michael Wiesner erklärt den Vorschlag im Detail: „Auf den zentrumsnahen, beschrankten Parkplätzen (Alte Zeile, Graben, Mantzos) könnte aus Sicht der SPÖ künftig in der ersten Stunde die Parkgebühr entfallen. Im Gegenzug soll der Tarif für längere Aufenthaltsdauern etwas angehoben werden.“

Einer Gratis-Stunde in den gebührenpflichtigen Kurzparkzonen steht die SPÖ nach wie vor skeptisch gegenüber. Sie fürchtet, dass die längeren Parkzeiten „die stark angespannten Kapazitäten noch stärker ausreizen und damit sogar zu einer Verknappung der verfügbaren Plätze führen würden. Darüber hinaus wäre eine Gratis-Stunde praktisch nicht kontrollierbar“, sagt Wiesner.

Die SP will daher für die gebührenpflichtigen Kurzparkzonen gemeinsam mit den Unternehmen ein praktikables Modell erarbeiten, das zur Kundenbindung beiträgt und in dem der Großteil der Parkgebühr für diese eine Stunde von der Stadt Amstetten getragen wird. Denkbar ist für die SPÖ etwa, dass die Rückerstattung der Parkgebühr durch die Unternehmen mit einer jeweils vom Unternehmer festgelegten Höhe des Umsatzes verknüpft wird.

ÖVP: „Druck hat Wirkung gezeigt“

„Mit unserem Modell würde sichergestellt, dass dieser Teil der Wirtschaftsförderung treffsicher bei den Kaufleuten und den Kunden ankommt und die Neuorganisation nicht nur Dauerparker ins Stadtzentrum anzieht“, sind sich Wirtschaftsstadtrat Laurentius Palmetzhofer und Verkehrssprecher Gemeinderat Bernhard Wagner einig.

Die ÖVP begrüßt den Vorschlag grundsätzlich. Das Einlenken der SPÖ kommt für Vizebürgermeister Dieter Funke auch nicht aus heiterem Himmel.

„Es zeigt sich, dass Druck also doch wirkt. Wir haben nie locker gelassen und nach über 12 Jahren ist die SPÖ endlich doch bereit, auf unsere Forderung einzugehen und „Eine-Stunde-Gratis-Parken“ zumindest auf den beschrankten Parkplätzen im Zentrum Amstettens anzubieten. Das ist mehr als erfreulich“, sagt Vizebürgermeister Dieter Funke.

Er und Gemeinderat Markus Brandstetter, so Funke, dächten aber schon wieder einen Schritt weiter: „Daher fordern wir eine Befragung der Parker, die die Kurzparkzonen und beschrankten Parkplätze nutzen. Damit soll geklärt werden, welche Einrichtungen oder Geschäfte zum Beispiel von den Autobesitzern besucht werden, wie lange sie durchschnittlich parken und welche Wünsche und Anregungen sie haben.“

Dies seien wichtige Rohdaten, die einerseits bei der Planung von neuen Parkflächen, aber auch für die Ansiedlung von Geschäften nützlich wären. So könnte man etwa interessierten Jungunternehmern vermitteln, welche Zielgruppen sich im Bereich der Innenstadt überhaupt bewegen.

x  |  NOEN, ÖVP


Zudem fordert die ÖVP ein Leitsystem für die günstigeren beschrankten Parkflächen, um ortsunkundige Autofahrer auf diese hinzuweisen.

Grün-Stadtrat Gerhard Haag kann dem Vorschlag, in den beschrankten Anlagen „Eine-Stunde-Gratis-Parken“ einzuführen, durchaus etwas abgewinnen. „Die Idee dazu kam eigentlich von den Stadtwerken. Jetzt muss eben jede Fraktion darüber beraten, wie sie dazu steht.“

Auch für den Grünmandatar macht eine Befragung der Autofahrer, die die Kurzparkzone nutzen, durchaus Sinn. „Wenn man sich die Wiener Straße anschaut, ist sie ja meist zugeparkt. Aber warum stellen die Leute dort ihr Auto ab und wären sie nicht vielleicht in einer beschrankten Anlage besser aufgehoben? Das müssen wir erfragen, um zu den richtigen Antworten und Maßnahmen zu kommen.“