Erstellt am 14. Mai 2015, 05:45

Pater Hörmann: „Jeder ist hier gerne gesehen“. Folge III: Der Sonntagberger Pfarrer Pater Franz Hörmann über seine Beziehung zum Sonntagberg.

Pater Franz Hörmann: »Besonders freut es mich, wenn die Kirche voll ist.« Foto: Fahrengruber  |  NOEN, Fahrengruber

Mein Elternhaus steht in St. Georgen/Klaus, genau vis--vis vom Sonntagberg und so konnte ich die Basilika schon von Kindheit an täglich sehen. In meiner Familie war es üblich, regelmäßig nach Maria Taferl, auf den Buchenberg in Waidhofen, nach Frauenberg bei Admont und natürlich auf den Sonntagberg zu pilgern.



1963 wurde ich hier gefirmt. Es war damals noch eine „riesige“ Firmung mit vielen Firmlingen, sodass wir einen weiten, fast beschwerlichen Anmarsch hatten, weil oben schon alles verparkt war. Als Schüler ging ich dann öfter zu Fuß von St. Georgen herauf, vor allem zu Konzerten, die vom Grazer Konzertchor unter der Leitung von Professor Hochstrasser, einem gebürtigen Konradsheimer, aufgeführt wurden. Für uns Seitenstettner Gymnasiasten war natürlich die Wallfahrt anlässlich der Matura selbstverständlich, die ich 1973 in Seitenstetten bestand.

Nach dem Klostereintritt pilgerte ich mit meinen Mitbrüdern zu den großen Festen am Dreifaltigkeitssonntag und am Michaelisonntag hierher, um bei den feierlichen Hochämtern zu assistieren. Wenn ich Besuch hatte, war der Sonntagberg immer ein beliebtes Ausflugsziel. In besonderer Erinnerung ist mir die Kirchenrenovierung in den 70er-Jahren. Seit 2010 bin ich hier Pfarrer und ich sehe dies als eine besondere, wunderschöne Aufgabe, die mich natürlich auch fordert.

Neben der Seelsorge für die Pfarre und die Wallfahrer kommen jetzt auch noch die großen Bauvorhaben dazu, die mich ziemlich beschäftigen. Besonders freut es mich, wenn die Kirche voll ist, wie etwa bei der Volksmusikantenwallfahrt oder bei der Firmung.

Das Wallfahren erlebt ja derzeit einen Aufschwung, die Zahl der Pilger steigt. Auch die Pilger nach Mariazell nehmen vermehrt einen Umweg über den Sonntagberg auf sich. Ein Fixtermin in meiner Jahresplanung ist eine Fußwallfahrt von St. Michael, wo ich früher Pfarrer war, auf den Sonntagberg. Immer wieder freut es mich, wenn ich andere Pilger am Weg herauf treffe.

Mir persönlich ist es ein großes Anliegen, dass die Leute, die heraufkommen, merken, dass die Kirche ein Gotteshaus ist, und dass sie spüren, wie willkommen sie sind. Jeder ist hier gern gesehen.

In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort.


Aktuelle Termine

Am Donnerstag, 14. Mai, 20 Uhr, findet am Sonntagberg ein Benefizkonzert der Sängerrunde Sonntagberg unter der Leitung von Johannes Sulzer für die Basilika statt. Mitwirkende sind die 7/8 Sänger aus Windhag und das Ensemble Instrumental Weyer. Es moderiert Matthias Settele.