Erstellt am 19. Januar 2016, 03:58

von Claudia Stöcklöcker

PC-Experte fand Kinderpornos. Einen Trojaner fing sich 51-Jähriger auf seinem Laptop ein. Bei der Suche nach dem Virus kam Abscheuliches ans Tageslicht – und er kam nun vor Gericht.

 |  NOEN, BilderBox

„Ich gratuliere zu Ihrer Zivilcourage, Sie haben das einzig Richtige gemacht, das man in so einer Situation tun kann“, sagt Vize-Gerichtspräsidentin Andrea Humer zu einem Software-Entwickler im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Fachmann: „So etwas ist mir noch nie untergekommen“

Als Virenjäger war der Computerfachmann unterwegs, doch statt eines Trojaners fand er auf dem Laptop eines 51-Jährigen aus dem Bezirk Verbotenes und erstattete sofort Anzeige.

„So etwas ist mir noch nie untergekommen, ich habe Suchpfade mit einschlägigem Hintergrund und Fotos entdeckt. Und weil es ein riesiges Ausmaß angenommen hat, habe ich ein besonderes Auge darauf geworfen“, sagt der Zeuge.

Kein Geständnis: „Im Internet war ich nie viel“

680 pornografische Fotos und Videos von Kindern brachten dann den 51-Jährigen wegen pornografischer Darstellung von Minderjährigen vor die Richterin. Geständig dazu ist dieser nicht. „Mir ist das alles suspekt. Im Internet war ich nie viel, da kenne ich mich nicht aus. Irgendwann hatte ich dann diesen Virus am Laptop“, erklärt er.

Und weiters: „Ich hatte auch immer viel Besuch, von den Leuten kenne ich aber nur die Vornamen. Es konnte jeder von ihnen zugreifen, wenn ich am Balkon eine rauchen war.“

Die Richterin glaubt das nicht. „Solche heiklen Seiten ruft niemand auf bei einem Bekannten, der nur kurz rausgeht“, sagt Humer und verurteilt den bislang Unbescholtenen zu zwei Monaten auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.