Erstellt am 29. Juli 2015, 05:31

von Daniela Führer

Pfarrer Punz sagt Pfiat Gott. Im September verlässt Pfarrer Johann Punz nach zehn Jahren die Pfarre Ferschnitz und geht in Pension. Es übernehmen Dechant Johann Berger und Kaplan Wilson Abraham.

Bis Ende August lädt Pfarrer Johann Punz noch in die Ferschnitzer Pfarrkirche ein.  |  NOEN, Schlemmer

Nach zehn Jahren als Pfarrer von Ferschnitz nimmt Johann Punz im September Abschied und geht in den Ruhestand. Es ist sein Gesundheitszustand, der ihn zu diesem Schritt bewogen hat. „Ich würde nicht gehen, wenn ich noch könnte. In den letzten Jahren bin ich in Ferschnitz wirklich sehr heimisch geworden“, bedauert er.

Krankheit raubte ihm zwei Drittel seiner Kraft

Es war im Jahr 1990, als er in Nigeria im Rahmen einer Reise für die Jungschar, für die er sich lange Zeit sehr engagierte, an „Malaria Tropica“ erkrankte. Diese Krankheit raubte ihm fortan zwei Drittel seiner Kraft. Doch speziell in den letzten Jahren merkte Pfarrer Punz einfach immer öfter: Es geht nicht mehr. „Ich konnte vielem jetzt nicht mehr gerecht werden. Das hat mich letztlich dazu bewogen, den Herrn Diözesanbischof Küng zu bitten, in Pension gehen zu dürfen“, erklärte er im jüngst erschienenen Pfarrblatt seine Entscheidung.

Im September zieht er nach Klein-Pöchlarn. Dort lebt er dann ganz in der Nähe von Pöchlarn, wo er 29 Jahre – von 1976 bis ins Jahr 2005 – die Pfarre leitete. 2005 kam Pfarrer Punz schließlich nach Ferschnitz. Hier hat er viel bewegt. Neben der Renovierung der Kirche forcierte er auch die beliebte „Kinderkirche“ mit einem eigenen Bereich für die Kleinen in der Pfarrkirche. Stolz ist er auch auf die aktivere Teilnahme der Pfarrgemeinschaft an den Gottesdiensten: „Die Ferschnitzer gehen sehr fleißig in die Gottesdienste. Oft sind wochentags gar 70 Leute da.“

Kaplan soll Pfarrverband in einigen Jahren leiten 

Dass er einmal sein Leben in den Dienst Gottes stellen möchte, war ihm bald klar. „Als Ministrant wusste ich das schon“, erzählt der 70-Jährige. Aufgewachsen ist Johann Punz in der Nachkriegszeit in Purgstall. Dort half ihm besonders der örtliche Pfarrer bei der Verwirklichung seines Lebenstraumes. „Er und noch viele andere unterstützten meine Familie sehr, denn wir konnten uns damals das Schulgeld für das Stiftsgymnasium Melk gar nicht leisten“, erzählt der Pfarrer.

Dank dieser Menschen absolvierte er nach zwei Jahren Hauptschule das Stiftsgymnasium Melk und anschließend das Priesterseminar in St. Pölten. Mit 24 Jahren hatte er seine Ausbildung abgeschlossen und empfing in Purgstall die Priesterweihe. „Das war das Schönste, dass ich dort zum Priester geweiht wurde. So hatte ich meine Taufe, Erstkommunion und Priesterweihe in meiner Heimatgemeinde“, erinnert sich Punz lächelnd.

Gesundheitszustand soll sich wieder verbessern

Es folgten Jahre in Ulmerfeld und Loosdorf, ehe Johann Punz 1976 die Pfarre Pöchlarn und 2005 Ferschnitz übernahm. In seiner Pension möchte der Pfarrer vor allem seinen Gesundheitszustand wieder verbessern und einem ganz besonderen Hobby mehr Zeit widmen. „Ich freue mich sehr darauf, wieder mehr Zeit für das Modellfliegen zu haben. Seit über 40 Jahren bin ich leidenschaftlicher Modellflieger“, erzählt der Geistliche über seine Zukunftspläne.

Am 15. August findet in Ferschnitz der feierliche Abschied von Pfarrer Johann Punz im Rahmen des Festes Mariä Himmelfahrt statt. Nach dem Festgottesdienst lädt der Pfarrer zum gemütlichen Beisammensein in den Pfarrgarten. Mit 1. September wird die Ferschnitzer Pfarre im Pfarrverband Ferschnitz-Euratsfeld geführt. Dechant Johann Berger wird mit 1. September auch zum Pfarrer von Ferschnitz ernannt. Ihm zur Seite steht Kaplan Wilson Abraham – seit Dezember 2012 ist er Kaplan in Purgstall. Der gebürtige Inder Kaplan Wilson zieht auch in den Ferschnitzer Pfarrhof ein.

Angedacht ist auch, dass Kaplan Wilson in zwei bis drei Jahren – Dechant Berger will in den nächsten Jahren ebenfalls in den Ruhestand gehen – den gesamten Pfarrverband Euratsfeld-Ferschnitz übernimmt.