Wolfsbach

Erstellt am 26. Juli 2016, 05:34

von Hermann Knapp und Josef Penzendorfer

Wolfsbach: Angst vor Brandstifter. Zwei Mal hat unbekannter Täter in der Vorwoche zugeschlagen. Offenbar wollte er hauptsächlich der Gemeinde schaden.

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„Wir kamen von einem Konzert auf der Burg Clam nach Hause. Etwa 30 Meter vor unserem Haus sahen wir im Vorbeifahren das Feuer im Stadel und bogen kurz entschlossen zur Raiffeisenbank ab, um sofort die Einsatzkräfte zu alarmieren. Mit einem großen Kübel Wasser konnte mein Gatte Robert das Feuer unschädlich machen; im Stadel sind immerhin auch Gerätschaften des Gemeindebauhofes untergebracht. Übrigens: Unser Wolfsspitz ‚Wolly‘ hat vor unserem „Einsatz“ das Feuer schon gemeldet, wie uns die Nachbarn bestätigten.“ So schildert Anrainerin Monika G. die dramatischen Augenblicke am Sonntag, 17. Juli, gegen 1 Uhr früh.

Der Brand im Hackschnitzellager richtete beträchtlichen Schaden an, die Feuerwehr konnte aber eine Ausbreitung verhindern. Foto: Feuerwehr  |  Feuerwehr

Dem entschlossenen Handeln der Frau und ihres Mannes ist es zu verdanken, dass ein Großbrand verhindert werden konnte und der Anschlag eines unbekannten Brandstifters scheiterte.

Daran, dass das Feuer im Stadel gelegt worden ist, haben die Kriminalisten keinen Zweifel: Denn es wurden zwei von einander unabhängige Zündbereiche entdeckt, einer an der südlichen Außenwand und einer an der nördlichen Außenwand des Gebäudes. Zudem wurde nahe des Stadels ein Aststück mit verbrannten Stoffresten gefunden.

Brandstifter schlug auch zwei Tage zuvor zu

Die Kriminalisten stellten auch fest, dass der Stadel mit großer Sicherheit abgebrannt wäre, hätte das Anrainerpaar das Feuer nicht gerade noch rechtzeitig mit Wasser gelöscht.
Zum ersten Mal zugeschlagen dürfte der Täter schon zwei Tage zuvor haben. Am Freitag, 15. Juli, um 3.05 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, weil beim Hackschnitzellager mitten im Ort Rauch aufstieg.

Die Florianis waren rasch zur Stelle und konnten das bereits brennende Hackgut löschen. Am Dach der Lagerhalle und an der Fassade des angrenzenden Gebäudes entstand allerdings beträchtlicher Schaden. Außerdem wurde die Produktionsstätte der Rosenfellner Mühle & Naturkost GmbH völlig verraucht. Konkrete Hinweise auf den Täter hat die Polizei derzeit noch nicht. Das Ehepaar sah am Sonntag zwar ein Auto Richtung Haag wegfahren, es war aber zu dunkel, um den Lenker zu erkennen.

Jedenfalls liegt die Vermutung nahe, dass der Betreffende einen Groll gegen die Gemeinde hegt. Denn beide Male wäre der Schaden für sie am größten gewesen. Im Stadel lagern die Leerrohre für die Breitbandversorgung und außerdem Schneestecken.

Die Polizei hofft nun auf die Mitarbeit der Bevölkerung. Wer rund um die Tatzeiten verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, diese zu melden. Die Hinweise werden natürlich vertraulich behandelt: Landeskriminalamt unter ( 059133/303333 und die Polizeiinspektion St. Peter unter 059133/3112.

„Die Stimmung im Ort ist angespannt“

Bürgermeister Josef Unterberger ist beunruhigt. „Man weiß ja nicht, ob es der Betreffende nochmals versucht. Zum Glück konnte bisher ja Schlimmeres verhindert werden, aber die Stimmung im Ort ist natürlich angespannt.“

Das sieht auch Feuerwehrkommandant Wolfgang Schäffer so: „Es ist schlimm, alle – im Besonderen die Feuerwehrkameraden – sind verunsichert; man muss ja jederzeit wieder mit einem Alarm und dem Geheul der Sirene rechnen. Bleibt nur zu hoffen, dass jetzt damit Schluss ist und der Täter ausgeforscht werden kann. Hoffentlich kommt er nicht aus dem nahen Umkreis der Feuerwehr oder aus Wolfsbach.“